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Die Frechheit der Musikindustrie

 
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Kavi
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BeitragVerfasst am: 01.05.2008, 13:58    Titel: Die Frechheit der Musikindustrie Antworten mit Zitat

Prof. Hoerens greift in einem Blogeintrag des renommierten Verlags für Recht, C.H.Beck, den „offenen Brief“ der Musikindustrie von letzter Woche an. 200 Musiker, Autoren und Filmemacher hatten in einer ganzseitigen Anzeige der Musikindustrie die Bundesregierung aufgefordert, sich stärker für die Durchsetzung „geistigen Eigentums“ einzusetzen.

http://www.blog.beck.de/2008/04/29/woruber-ich-mich-argere-offener-brief-der-musikindustrie/

Ausgerechnet auf China wurde in dieser Anzeige Bezug genommen, das Zensur bis zum geht nicht mehr betreibt und sicher alles ist, bloß kein Vorbild für die Demokratie.

Deutlicher konnten die Unterzeichner und die Musikindustrie wohl nicht mehr zeigen, wo sie sich selbst einordnen.

Hoffentlich erhalten sie dafür die Quittung, ebenso wie die Bundeskanzlerin, die sich sehr beeilte, der Musikindustrie gefällig zu sein.

Hoerens, der übrigens auch Berichterstatter des Oberlandesgerichts Düsseldorf im Verfahren EMI Music Germany GmbH & Co KG gegen United Newsserver war, das EMI denn auch verlor, ist Leiter des Universitätsinstituts Münster für Internetrecht.

Urteil siehe http://www.usenet-support.de/PresseInformationen.html

Die Musikindustrie ist auf der Verliererstraße und mobilisiert ihre ganze Macht, um verlorene Pfründe wieder zu gewinnen. Der Musikmarkt in den USA schrumpft weiter. Gegenüber dem Vorjahr ging der Umsatz um 11,8% zurück. Doch das Internet Geschäft der Musikindustrie legt weiter zu.
Siehe http://www.heise.de/newsticker/US-Musikmarkt-schrumpft-weiter--/meldung/107257

Die neuesten Zahlen zeigen erneut, dass die Musikindustrie gut beraten wäre, sich der Realität zu stellen, statt den Umsatzrückgang durch den Verkauf von CD zu beklagen.

Das sich das Geschäft ins Internet verlagert, hat viele Gründe. Ein sicher nicht ganz unwesentlicher ist der bisherige Umgang mit CDs. Anders als zu Zeiten der Schallplatte, wo man Spitzenhits als Single kaufen konnte, muss man heute eine ganze CD kaufen, wenn man den einen Titel haben will. Neben dem Hit, um den es geht, sind auf eine CD dann noch jede Menge Stücke gepresst, auf die man locker verzichten kann. Das war übrigens zu Zeiten der Single Auskoppelungen auch nicht viel anders. Auf der Rückseite der Single gab es dann ein Stück, das alleine unverkäuflich gewesen wäre. Die Musikindustrie wusste schon immer, wie man aus mieser Qualität möglichst viel Geld macht.

Es gibt natürlich auch Ausnahmen. Auf den CDs von Loreena Mckennitt z.B. wäre jeder einzelne Titel auch als Single verkäuflich. Doch das ist sicher nicht das Verdienst der Musikindustrie.

Seit man einzelne Titel im Web kaufen kann, stockt das Geschäft mit den Füllstücken, die man nur produzierte, um die CD voll zu kriegen. Dafür berappen sicher nur die wenigsten 1 Euro.

Es scheinen also gar nicht die Filesharer zu sein, die der Musikindustrie Jahr für Jahr Umsatzrückgänge bescheren, sondern eher die Tatsache, dass sich miese Füllstücke als Einzeldownload nicht verkaufen lassen.
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Kavi
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BeitragVerfasst am: 12.05.2008, 16:22    Titel: Notice and Take down scheint nicht genug Antworten mit Zitat

Gestern kam ich von einem Treffen mit Giganews in Paris zurück. Neben vielen anderen Themen sprachen wir auch über den Umgang der Musikindustrie mit dem Usenet in den USA.

Giganews hat bis jetzt in diesem Jahr per Notice and Take down 88000 Message-IDs aus dem RIAA Repertoire gecancelt. Doch das war der RIAA offensichtlich noch nicht genug. Die RIAA verlangte die Sperre von 72 Newsgroups.

Daraufhin überprüfte man bei Giganews den Inhalt dieser Newsgroups und stellte fest, das lediglich 0,2% der Postings in diesen Newsgroups aus dem RIAA Repertoire stammen, wobei die 88000 bereits gecancelten News mitgerechnet wurden, soweit sie innerhalb der Retention von 200 Tagen bei Giganews lagen.

Aufgrund dieser Überprüfung lehnte Giganews die Sperre ganzer Newsgroups kategorisch ab.

Die Forderungen der Musikindustrie scheinen grenzenlos, wenn man denen auch nur den kleinen Finger reicht.

Andererseits warnte der Chef von Giganews, der selbst Rechtsanwalt ist, ausdrücklich vor jeglicher Bewerbung copyright geschützter Materialien im Usenet. Wer damit auch nur andeutungsweise werbe, brauche sich nicht zu wundern, wenn die Rechteverwerter zurück schlagen. Das gelte für jedes Land der Erde.

Keinerlei Verständnis brachte er für die Werbung aetons auf Seiten wie nzb.to auf. Dies insbesondere bei einem Provider, der seinen offiziellen Sitz in den Staaten hat, könne eine brandgefährliche Situation hervorrufen, die auch für die Usenet Provider, die wie Giganews nicht mehr als den Usenet Zugang an sich bewerben, vermeidbares Ungemach hervorrufen. Er ließ offen, ob er mit rechtlichen Mitteln gegen die Werbung aetons vorgehen werde.

Eine Torrent Suchmaschine war gerade in den USA zu 110 Millionen Schadenersatz an die Filmindustrie verurteilt worden.
http://www.heise.de/newsticker/TorrentSpy-Betreiber-muessen-110-Millionen-US-Dollar-Schadenersatz-zahlen--/meldung/107605

Ähnliches könne jedem blühen, der entweder selbst mit Copyright geschützen Inhalten des Usenet wirbt oder auf Webseiten wirbt, die sich dem leichteren Auffinden dieser Inhalte widmen.
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Kavi
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BeitragVerfasst am: 20.05.2008, 17:47    Titel: Antworten mit Zitat

Die Musikindustrie muss mit dem Internet arbeiten und nicht dagegen

so beginnt eine Meldung auf tecchannel.de

Die beiden dort vorgestellten Modelle
http://www.djtunes.com/
und
http://www.cultureload.net/
eignen sich nur bedingt für das Usenet.

Zwar gibt es auch im Usenet kostenpflichtigen Vertrieb in Form erotischer Filme, die mit DRM versehen sind und erst mal freigeschaltet werden müssten, doch DRM hat sich nicht gerade sehr beliebt gemacht.

Das Usenet ist eher geeignet für Content, der kostenlos verteilt werden soll.

Aber, wie auch in vielen anderen Diskussionen zur Musikindustrie, zeigt auch dieser Artikel, dass die Musikindustrie die Marktchancen des Internets verpennt hat.

Das wäre vergleichbar einem Kamera-Hersteller, der erst mit etlichen Jahren Verspätung merkt, dass sich die digitale Fotografie durchgesetzt hat.

Der Unterschied ist einfach der, dass der Kamerahersteller sang- und klanglos vom Markt verschwinden würde und die Musikindustrie ihre milliardenschwere Macht im Kampf gegen das Internet einsetzt.
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Kavi
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BeitragVerfasst am: 29.06.2008, 23:11    Titel: Antworten mit Zitat

In Potugal wurde ein Filesharer gerade mal zu 3 Momaten Gefängnis verurteilt.
http://www.heise.de/newsticker/Portugal-90-Tage-Haft-fuer-Filesharing-urheberrechtlich-geschuetzter-Werke--/meldung/110168
Und wie sollte es anders sein, die Musikindustrie jubelt.

Da hilft wohl nur noch Boykott.

Boykott der Musikindustrie und Boykott der Parteien, die die Musikindustrie unterstützen. Nach der "Wende" wird es Zeit für die nächste Wende. Aber bitte nicht aus Protest ultrarechts wählen. Die sind noch schlimmer.

Es soll ja auch einige Politiker geben, die das Internet als Chance begreifen statt zu reglementieren, zu spionieren und überwachen und zu filtern.
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Kavi
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BeitragVerfasst am: 23.05.2010, 18:51    Titel: Antworten mit Zitat

Gerade entdeckt:

Ein Artikel aus der Zeitschrift Bravo vom August 1977.

http://cliphead.wordpress.com/2010/04/12/sind-leer-cassetten-der-tod-der-schallplatte/

Damals behauptete die Musikindustrie einen Milliardenverlust durch Kassettenrekorder und den Verkauf von Leerkassetten. Und schon damals, obwohl mit dem damaligen Urheberrecht völlig legal, wurden die Fans, die Radiosendungen auf Kassette mitgeschnitten hatten, von der Musikindustrie als Diebe bezeichnet.

Originalton Ralph Siegel, damaliger Chef von "Jupiter-Records": "in gewisser Weise stehlen die Leute, die Songs auf Leerkassetten aufnehmen, den Autoren und Künstlern ihr geistiges Eigentum."

Es lohnt sich, diesen Artikel zu lesen, denn dort findet ihr dieselben verlogenen Argumente der Musikindustrie wie heute.
Auch der damals noch junge Thomas Gottschalk kommt zu Wort, der es jedoch seinen Fans schwer gemacht hatte, Songs auf Kassette mit zu schneiden, weil er immer wieder in die Musik hineingequatscht hatte.

Die behaupteten Milliardenverluste waren natürlich schon damals ein Ammenmärchen. Meine Klassenkameraden, Freunde und ich hatten damals sowohl ein Tonbandgerät oder einen Kassettenrekorder als auch einen Schallplattenspieler. Mehr als eine LP oder höchstens drei Singels monatlich waren einfach nicht drin, dafür ging schon der größte Teil unseres Taschengeldes drauf. Woher hätten die Fans damals das Geld nehmen sollen, um der Musikindustrie die behaupteten fehlenden Milliarden in die Tasche zu wirtschaften?

Wenn ich mir die Argumentation der Musikindustrie damals und heute ansehe, dann müssten sämtliche Musikfans gleichzeitig entweder Bankräuber oder Betrüger sein, um sich die Musik in der Form, die der Musikindustrie am liebsten wäre, überhaupt leisten zu können. Oder die Mutter würde statt etwas zu Essen auf den Tisch zu bringen, das Geld der gierigen Musikindustrie in den Rachen schmeißen.

Wobei noch dazu kommt, obwohl die Rundfunksender sogar noch GEMA Gebühren zahlen müssen, ohne Discjockeys wie damals beispielsweise Thomas Gottschalk würde es die Hits mit Millionen Umsätzen gar nicht geben, denn niemand wüsste davon. Hits werden durch die Medien gemacht, nicht durch die Musikindustrie.

Eigentlich müsste die Musikindustrie umgekehrt die ganzen Radiosender für jeden gespielten Song am Umsatz beteiligen. Dann würden wir auch keine Zwangsabgabe in Form von GEZ zahlen müssen. Denn damit wird unter anderem die Musikindustrie finanziert. Die gleichzeitig auch noch davon profitiert, dass erst über das Radio, Fernsehshows und Ähnliches aus irgendeinem Lied ein Hit wird. Und die Berichterstattung beispielsweise in der Bravo aus irgendeinem unbekannten Musiker einen Star macht.

Die größte Frechheit daran ist, dass selbst die öffentlich-rechtlichen Rundfunksender und die Musikindustrie Hand in Hand arbeiten. Ist öffentlich-rechtlicher Rundfunk und öffentlich-rechtliches Fernsehen nur ein Werbemedium für die Musik und Filmindustrie? Dass wir alle mitfinanzieren, sogar dann mitfinanzieren müssen, wenn wir gar kein Radio besitzen, sondern lediglich einen PC mit Internetzugang, den sich wohl die wenigsten anschaffen, um damit Webradio zu hören.

Jeder, der sich legal Musik kauft oder GEZ Gebühren zahlt, sollte sich klar darüber sein, dass er/sie damit eine Industrie unterstützt, die selbst ihre Fans als Diebe bezeichnet.
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BeitragVerfasst am: 14.07.2010, 20:19    Titel: Antworten mit Zitat

Wieder mal ein Artikel, der deutlich zeigt, wie wenig selbst bei sehr erfolgreichen Musikern vom Verkaufserlös beim Musiker letztendlich ankommt.

http://www.techdirt.com/articles/20100712/23482610186.shtml

Das Beispiel im Artikel zeigt sogar, dass von 2.000.000 $ bei den Musikern nicht ein einziger Dollar ankommt. Die Band lebt stattdessen von den Konzerten.

Etwas Ähnliches war bei einem der erfolgreichsten Filme aller Zeiten passiert, ein Schauspieler hatte sich damals wegen des Erfolg versprechenden Drehbuchs auf eine Erfolgsbeteiligung eingelassen anstatt der sonst üblichen Gage. Dieser Film, der mehr als 1.000.000.000 $ eingespielt hat, hat angeblich noch keinen müden Cent Gewinn eingespielt, der Schauspieler hat bis heute noch keinen Cent gesehen.

Immer mehr erfolgreiche Musiker sind nicht mehr bereit, ihre Verträge mit den Labels zu verlängern. Selbst wenn im Eigen Vertrieb über das Internet nahezu nichts hängenbleibt, so ist es doch noch deutlich mehr, als die Major Labels ihnen zubilligen.

Das Problem jedoch ist, der einzelne Musiker, selbst eine international erfolgreiche Band hat praktisch keine Lobby in den Regierungen und Parlamenten. Deshalb gelingt es der Industrie auch so leicht, das Urheberrecht und Leistungsschutzrecht ausschließlich im eigenen Sinne ändern zu lassen. In Deutschland geht es ja schon soweit, dass die Gesetzentwürfe unmittelbar von der Lobby erstellt werden.

Der Kampf tobt nicht nur zwischen der Musikindustrie und den Musikern, zwischen Filmschaffenden und der Filmindustrie sondern ebenso zwischen den Autoren und den Verlagen. Zum ersten Mal setzt sich sogar die CDU/CSU für die Rechte von Wissenschaftlern als Autoren gegenüber Verlagen ein.

http://www.heise.de/newsticker/meldung/CDU-CSU-und-Gruene-fuer-mehr-Freiheiten-bei-wissenschaftlichen-Publikationen-1037820.html

Wissenschaftler haben zumindest über ihre Universitäten und Institute noch so etwas ähnliches wie eine Lobby.

Doch der einzelne Musiker, Schauspieler oder Regisseur hat im Polit-Betrieb normalerweise gar nichts zu melden, es sei denn, man braucht einen Schauspieler als Gallionsfigur, um hinter seinem Rücken ungestört seine Machtspiele ausüben zu können. Gerade in USA scheint es ein zunehmend beliebtes Model zu werden, erinnert sei an Ronald Reagan oder den österreichischen Schauspieler Arnold Schwarzenegger, der immer noch weitgehend machtloser Gouverneur von Kalifornien ist. Aber zumindest eine gute Figur dabei macht.

Noch schlimmer ist es um die kreativen Berufe bestellt, die entweder als Einzelkämpfer oder in kleinen Firmen ihre Arbeit verrichten. Fotografen und Grafiker ebenso wie Webdesigner genießen meistens noch nicht einmal ein Urheberrecht, weil die dafür erforderliche Schöpfungshöhe nach Meinung der deutschen Rechtsprechung nicht erreicht ist, wohl aber mit jedem noch so primitiven Musikstück (hinter Letzterem steht schließlich auch eine mächtige Industrie), sondern Fotografen, freie Autoren, Grafiker oder Webdesigner genießen bestenfalls ein Leistungsschutzrecht das insbesondere die FDP noch zusätzlich einschränken möchte, obwohl sie gleichzeitig an einer Verschärfung des Urheberrechts im Interesse der Musik- und Filmindustrie will auch der Verlage massiv mitwirkt. Selbst die ansonsten anerkannt moralisch hoch stehende Justizministerin spielt bei diesem unwürdigen Spiel mit.

Der immer größere Unterschied zwischen Arm und Reich, zwischen mächtig und ohnmächtig wird auch im Bereich des Urheberrechts mithilfe der Gesetzgeber zu Gunsten der ohnehin schon besitzenden ausgebaut. Nicht nur gegen den Verbraucher, Bürger sind wir ohnehin schon längst nicht mehr, bestenfalls noch kurz vor der Wahl, sondern auch gegenüber den eigentlich Kreativen, die von der Industrie maßlos ausgenommen werden. Ganz besonders deutlich wird es im Bereich wissenschaftlicher Veröffentlichungen, Arbeiten, die ohnehin zu einem nicht geringen Anteil aus Steuermitteln finanziert wurden und für die sich die Wissenschafts Verlage nicht etwa zeitlich befristet sondern unkündbar sämtliche Nutzungsrechte sichern. Der wissenschaftliche Autor darf noch nicht einmal auf einer eigenen Webseite aus seinen eigenen Werken zitieren. Bezeichnend übrigens, dass sich weder FDP noch SPD für die Rechte der wissenschaftlichen Autoren in einer freien Wissenschaft engagieren. Auch von der Linken hört man in diesem Zusammenhang nichts.

Das soll jedoch nicht heißen, dass ich nun plötzlich ein Sympathisant der Unionsparteien geworden wäre. Dazu müssten diese schon eine 180° Kehrtwende machen.

Wir merken auch, dass es nicht nur findige Juristen sind, die Verträge mit den eigentlich kulturschaffenden zu deren Nachteil aushandeln, sondern auch Juristen sind, die Gesetze gegen Autoren, Musiker, Filmschaffende und alle anderen kreativen Berufe formulieren und erlassen. Erst recht natürlich gegen den normalen Bürger, der, wo es um den Absatz der Industrie geht, ohnehin nur als Verbraucher existent ist. Wobei innerhalb Deutschlands durch die zunehmende Verlagerung von Arbeitsplätzen in Billiglohnländer der Mensch noch nicht einmal als Arbeitnehmer noch eine größere Rolle spielen würde, sondern tatsächlich nur noch in seiner Funktion, die Industrieprodukte auch zu verbrauchen.

Gesetze, oft zu Unrecht als Recht bezeichnet, haben schon immer dazu gedient, die Mächtigen vor der Masse zu schützen. Das hat sich in den Demokratien des Westens auch nicht geändert. In diesem Demokratien sind unter anderem die maßgeblichen Parteien selbst mächtig und schützen ihre eigenen Interessen. Letzteres wird ganz besonders in Italien in den letzten beiden Jahren deutlich, in denen das Parlament Gesetze zum Schutz krimineller Politiker erlassen hat. Schließlich musste in Italien die vorherrschende Partei vor einigen Jahren wegen ihrer allzu engen Verbindungen zur Mafia aufgelöst werden. Berlusconi hat sie allesamt um sich versammelt und er lässt nun das Parlament Gesetze machen, die ihn und die Mafia besser schützen. Denn im Gegensatz zu Deutschland, wo Staatsanwälte nur ermitteln dürfen, soweit es das Justizministerium zulässt und Richter keine Karriere machen, wenn sie nicht zwischendurch in der Staatsanwaltschaft dienen, ist in Italien die Justiz unabhängig.

Ich kann mich an keinen einzigen Prozess gegen ein maßgebliches Mitglied einer Regierungspartei in Deutschland erinnern, der tatsächlich auch nur bis zum Ende geführt worden wäre, die Ermittlungsverfahren wurden fast immer eingestellt, bevor es überhaupt zu einer Anklageschrift kam und ich kann mich schon dreimal nicht an einen Prozess gegen hochrangige Politiker innerhalb einer Regierungspartei erinnern, die mit einem Schuldspruch geendet hätten.

Soweit zum Credo der Demokratie, dass alle Gewalt vom Volke ausgehen würde. Ich würde eher sagen, in der Demokratie geht alle Gewalt gegen das Volk, nur mit dem kleinen Unterschied zur Diktatur, dass es das Volk noch nicht einmal merkt. Übrigens, die Richter an deutschen Gerichten, die ohnehin strikt an die Gesetze gebunden sind, die zuvor von Lobbyisten diktiert wurden, sprechen angeblich sogar Recht im Namen des Volkes. Übrigens, das haben die deutschen Gerichte auch im Dritten Reich gemacht. Obwohl damals zwar formal noch ein Parlament existierte, der angebliche Wille des Volkes jedoch sogar nur von einer einzigen Person diktiert wurde, unserem ach so großen Führer.

Wie lange wird sich unser Volk noch betrügen lassen?
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Kavi
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BeitragVerfasst am: 15.07.2010, 18:35    Titel: Antworten mit Zitat

Wie die Filmindustrie einen äußerst erfolgreichen Film in die Verlustzone rechnet, um keine Gewinnbeteiligungen auszahlen zu müssen, ist hier beschrieben:

http://www.techdirt.com/articles/20100708/02510310122.shtml
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