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Usenet und ACTA - Immer noch Anonym?
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Kavi
Boss hier


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BeitragVerfasst am: 25.03.2012, 22:31    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Im Falle von Mobilfunk gab es aber auch schon bisher Fälle, wo die vorhandenen Logs ausgereicht haben, jemanden ausfindig zu machen.

Ich habe nichts dagegen, dass die Polizei auch Daten aus den Mobilfunk und dem Internet zur Aufklärung nutzen kann, ganz im Gegenteil.

Es geht jedoch immer um die Verhältnismäßigkeit, die wäre bei der Vorratsdatenspeicherung mit Sicherheit nicht mehr gegeben. Man kann ich sämtliche Einwohner Deutschlands beziehungsweise der EU unter den Verdacht stellen, Straftaten im Internet zu begehen, weshalb man sie vorsorglich überwachen müsste.

Eine vorsorgliche Überwachung hat ebenso wenig mit dem Rechtsstaat zu tun wie eine Gesinnungs-Schnüffelei mit der Demokratie.

Das begreifen anscheinend weder die Hardliner unter den Politikern noch die führenden Kräfte der Ermittlungsbehörden, stellvertretend für viele andere sei die Polizeigewerkschaft und der Bund Deutscher Kriminalbeamter genannt. Wenn wegen vermeintlich besserer Aufklärungsquoten (die bisherigen Erfahrungen mit der Vorratsdatenspeicherung haben gezeigt, dass es eher umgekehrt ist, ohne Vorratsdatenspeicherung ist die Aufklärungsquote höher) Rechtsstaat und Demokratie auf der Strecke bleiben, dann verzichte ich eher auf eine solche Polizei als auf Rechtsstaat und Demokratie.

Warum ist die Aufklärungsquote besser ohne Vorratsdatenspeicherung?

Weil sich viele Straftäter nicht schützen in dem Glauben, vollkommen anonym handeln zu können. Sind sie sich jedoch bewusst, dass über die IP eine Rückverfolgung prinzipiell möglich ist, werden sie vorsichtiger und benutzen beispielsweise VPN und verschlüsselte E-Mails. Mit VPN nützt die Vorratsdatenspeicherung gar nichts.

Übrigens, die Muttergesellschaft des amerikanischen Usenet Providers UNS bietet neuerdings auch VPN als Flatrate zu einem sehr günstigen Preis an. Demnächst mehr darüber.
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HomerJay
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BeitragVerfasst am: 30.03.2012, 07:35    Titel: Antworten mit Zitat

In den USA soll es ja ab Juli zu einer absoluten Überwachung aller Downloads kommen. Grundlage ist ein freiwilliges Abkommen zwischen den Rechteinhabern und den Providern. Gefunden wird eine solche Meldung allerdings nur auf seltsam anmutenden Seiten wie crash-news, shortnews etc. Deshalb bin ich noch etwas vorsichtig.

Aber wenn das der Wahrheit entspricht - was bedeutet das für das Usenet?
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Kavi
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BeitragVerfasst am: 30.03.2012, 10:26    Titel: Antworten mit Zitat

Links zu den Meldungen?
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HomerJay
Weiss, worums geht


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BeitragVerfasst am: 30.03.2012, 11:25    Titel: Antworten mit Zitat

Meldung ist schon zwei Wochen alt, sehe ich gerade.

http://www.chip.de/news/USA-Totale-Raubkopier-ueberwachung-ab-Juli_55037209.html

http://www.onlinewelten.com/games/raubkopien/news/kooperation-providern-rechte-inhabern-vollautomatische-download-ueberwachung-in-usa-vereinbart-112583/

http://www.pcgameshardware.de/aid,873095/USA-Freiwillige-Vereinbarung-zwischen-Provider-und-Rechteinhabern-sorgt-fuer-Ueberwachung-des-Datenverkehrs/Internet/News/

Das sind jetzt einfach mal drei Seiten, die Google ausgespuckt hat.
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Kavi
Boss hier


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Beiträge: 1002

BeitragVerfasst am: 30.03.2012, 12:59    Titel: Antworten mit Zitat

Diese Vereinbarung ist mir schon einige Zeit bekannt. Ich hatte mich nicht weiter damit befasst, weil die Vereinbarung mit dem Usenet nichts zu tun hat.

Ich habe mir die verlinkten Artikel gerade nochmal genau durchgelesen und finde immer noch keinen Bezug zum Usenet.

Grundsätzlich stellt sich ohnehin die Frage, wie die Urheberrechtsverletzung automatisch erkannt werden soll, der Datenaustausch zwischen Computern erfolgt im Internet schließlich nicht am Stück, sondern in kleinen Häppchen, die sogar verschiedene Wege vom Server zum Client auf ihrem Weg durch das Internet nehmen können. Wieder zusammengesetzt werden sie erst am Zielcomputer, also vom Client.

Nur mit einer so genannten Deep Packet Inspektion ist es möglich, den gesamten nicht verschlüsselten Internetverkehr in Echtzeit zu überwachen. Ich kann mir nicht recht vorstellen, dass ein derart tiefer Eingriff in die Kommunikation selbst mit den im Verhältnis zu Deutschland kaum vorhandenen Datenschutzbestimmungen der USA vereinbar ist.

Vielleicht gibt es auch andere technische Wege, die nicht so massiv in die Persönlichkeitsrechte der Teilnehmer am Internet eingreifen. Das können nur Techniker beantworten.

Andererseits beziehen sich die Meldungen auf Filesharing, das nach einem ganz bestimmten Protokoll abgewickelt wird, vielleicht ist es möglich, den Datenaustausch nach diesem Protokoll einfacher zu überwachen.

Mit den Usenet hat es wie gesagt nichts zu tun. Zunächst geht aus der Meldung klar hervor, dass nur einige große amerikanische Internetprovider, darunter Time Warner, also ein Unternehmen der Musik- und Filmindustrie, die freiwillige Vereinbarung unterzeichnet haben.

Kein einziger Usenet Provider hat diese Vereinbarung unterzeichnet. Kein einziger Usenet Provider war in die Verhandlungen auch nur eingebunden.

Selbst mit einer Deep Packet Inspektion können verschlüsselte Datenpakete, wie sie bei den amerikanischen Usenet Providern längst Standard sind, nicht untersucht werden. Es wäre bezogen auf das Usenet auch der falsche Weg.

Nur vollkommen dezentrale Lösungen wie Filesharing lassen nicht eine Löschung bereits an der Quelle zu. Genau deshalb wird es auch massiv überwacht. Alles andere, egal ob Usenet, YouTube, ein FTP- oder Webserver ermöglichen eine Löschung bereits an der Quelle und erfordern keine Überwachung der Downloads. Die RIAA macht davon in den USA auch reichlich Gebrauch, das Usenet wird ständig nach Urheberrechtsverletzungen durchsucht und die Usenet Provider sind verpflichtet, beanstandete Dateien vom Server zu nehmen beziehungsweise einen Admin-Cancel zu veranlassen, mit dem die entsprechenden Message-IDs im gesamten Usenet gelöscht werden. Im Jahresdurchschnitt sind das mehr als 20.000 Meldungen alleine von der RIAA an die amerikanischen Usenet Provider.

Es ist natürlich auch klar, dass es eine nutzlose Tätigkeit ist, ebenso wie die Löschungen bei Rapidshare und anderen Filehostern. Es dauert höchstens einige Stunden, bis der beanstandete Titel erneut hoch geladen ist.

Deshalb werden immer wieder Usenet Provider und Filehoster (Megaupload) juristisch angegriffen, in der Hoffnung, das Geschäftsmodell komplett zerstören zu können. Bei einzelnen Usenet Providern, die mit ihrer Werbung oder nachweisbaren Unterstützung von Release Groups die Urheberrechtsverletzungen im Usenet direkt zum Geschäftsmodell machen, gelingt das auch gelegentlich. Sogar in Holland, wie sich letztes Jahr zeigte. Doch im Gegensatz zu einem Filehoster, der alles auf eigenen beziehungsweise gemieteten Servern zentral gespeichert hat und damit auch als Ganzes angreifbar ist, ist das Usenet dezentral und kann nicht als Ganzes angegriffen werden. Bisher ist auch noch kein Gericht, noch nicht einmal das berüchtigte Landgericht Hamburg so weit gegangen, das Usenet insgesamt als illegal einzustufen. Es wäre juristisch eigentlich auch nicht möglich, denn wenn das Usenet Usenet illegal ist, dann ist auch das Internet illegal. Technische Netzwerke jedoch sind weder legal noch illegal, sie sind einfach technische Netzwerke, die beliebig genutzt werden können. Deshalb wird auch das Filesharing nicht insgesamt als illegal dargestellt, denn auch hier ist die Grundlage ein technisches, also neutrales Netzwerk, stattdessen wird es überwacht.

Das Usenet würde sich jedoch nur überwachen lassen, wenn die Usenet Provider weltweit mitspielen würden. Das ist ohne einen massiven gesetzlichen Zwang, der in allen Nationalstaaten angewendet werden müsste, in denen News-Server betrieben werden, absolut ausgeschlossen. Unter anderem deshalb drängt die amerikanische Contentindustrie auf ATCA.

Wie aus dem von Dir verlinkten Artikel bei Chip online hervorgeht, ist die Abmahnung ohnehin das lohnendere Geschäftsmodell, das bisher allerdings nur beim Filesharing funktioniert. Unter anderem das dürfte ein ständiges Ärgernis für die geldgeile Musik- und Filmindustrie sein, dieses einträgliche Geschäftsmodell der Abmahnung funktioniert im Usenet ebenfalls nicht.

Ich habe inzwischen sogar den Eindruck, dass man bei der Musikindustrie, die früher ein erbitterter Gegner des Usenet war, begriffen hat, wie einträglich im Verhältnis zu legalen Downloads das Abmahnungsgeschäft ist und die Hauptquelle für aktuelle Inhalte, nämlich das Usenet, gar nicht mehr wirklich angreifen möchte. Denn, das hat sich immer wieder gezeigt, die Erst-Verbreitung von neuen Releases findet über das Usenet statt. Es gibt keinen besseren Weg, mit dieser Geschwindigkeit Dateien weltweit zu verbreiten. Somit trägt das Usenet zum inzwischen lohnenden Geschäftsmodell Abmahnung erheblich bei.

Und nicht, wie du befürchtest, indem Downloads aus dem Usenet überwacht werden, sondern im Gegenteil, indem dadurch sichergestellt wird, dass eine Datei schnell weltweit in Filesharing Netzwerken zur Verfügung steht und somit lohnende Abmahnungen ermöglicht.

Die Relationen, die in dem Chip Artikel aus absolut glaubwürdiger Quelle genannt werden, sprechen Bände.

Ich war übrigens auch schon mit der amerikanischen Filmindustrie in konkreten Verhandlungen, die hätten kein Problem mit dem Usenet, wenn die Usenet Provider an die MPA pro User beispielsweise 5 $ zahlen würden, diese Einnahmen wären mit Sicherheit höher als der Verkauf von DVDs. Allerdings stellen sie als Bedingung, dass aktuelle Kinofilme, die noch im Kino laufen, im Usenet nicht verfügbar sind. Das ist jedoch technisch kaum machbar. Wir haben damals, vor mittlerweile drei Jahren eine ganze Reihe von Modellen durchgespielt, wie die Filmindustrie das Usenet für sich nutzen könnte. Das es letztendlich nicht zustande kam lag vor allem an Giganews und Usenext. Eine gemeinsame internationale Konferenz von Usenet Providern und Vertretern der Filmindustrie musste ich aus diesem Grund wieder absagen. Sonst hätten wir längst eine Kultur-Flatrate im Usenet und niemand müsste sich mehr Gedanken machen. Wenn der Usenet Zugang dadurch monatlich etwas teurer geworden wäre, das hätte vermutlich niemanden abgeschreckt, ganz im Gegenteil, endlich legal und ziemlich aktuell unbegrenzt Filme und Musik in bester Qualität.
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HomerJay
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BeitragVerfasst am: 30.03.2012, 13:18    Titel: Antworten mit Zitat

Danke!

Dass die Meldung nicht mit dem Usenet in Verbindung steht, war mir schon klar und ich hatte auch keine 'Angst' Very Happy Aber solche Maßnahmen sind eben ein Anfang und wer weiß, was sich daraus entwickelt. Dass bisher keine Gefahr droht, habe ich ja längst erkannt. Das ganze Thema, in dem wir gerade schreiben, stand ja unter der Frage, ob sich aus ACTA und Co eine Gefahr entwickelt, nicht unter der Aussage, dass es schon soweit ist. Deshalb dachte ich auch, dass man die Artikel hier mal anführen könnte.

Daran, dass die Musik- und Filmindustrie das Usenet als 'nützliches Übel' betrachtet, habe ich auch noch nicht gedacht. Aber ein interessanter Gedanke!

Ich bin bei den ganzen Chip.de- und wiesiealleheißen-Artikel sowieso sehr skeptisch, da dort manchmal völlig undifferenziert Fakten zusammengewürfelt werden. Zum Beispiel wird dort der Eindruck erwähnt, die Telekom speichere hierzulande sämtliche Daten, also auch IP Adressen, für 30 Tage. Dass es sich hierbei 'nur' um Telefondaten handelt (IPs werden nach sieben Tagen gelöscht), wird nicht erwähnt. Wer weiß also, was vom restlichen Beitrag glauben darf. Auch aus diesem Grund wollte ich das hier mal zur Debatte freigeben.

Man sieht mal wieder, dass es in Wahrheit nur um eins geht: Geld. Von wegen Schutz der Künstler, des geistigen Eigentums etc.
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Kavi
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BeitragVerfasst am: 30.03.2012, 14:01    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Man sieht mal wieder, dass es in Wahrheit nur um eins geht: Geld. Von wegen Schutz der Künstler, des geistigen Eigentums etc.


Der offene Brief der Tatort Drehbuchautoren hat mich zu einem Artikel veranlasst, der nicht annähernd so versöhnlich ist wie die Antwort des CCC.

http://forum.usenet-guide.de/viewtopic.php?t=1456

Für die Tatort Drehbuchautoren geht es wohl eher um die Rettung eines parasitären, sterbenden Geschäftsmodells, das mit Zwangsabgaben finanziert wird. Auch in dieser Diskussion spielt ATCA eine Rolle, deshalb auch hier der Link zu meinem Artikel.
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Kavi
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BeitragVerfasst am: 03.04.2012, 11:26    Titel: Antworten mit Zitat

Interessante Ergänzung zum Thema auf Spiegel Online:

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,825395,00.html
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