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IP Sperren für deutsche Kunden holländischer Usenet Provider

 
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Kavi
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BeitragVerfasst am: 04.02.2009, 10:18    Titel: IP Sperren für deutsche Kunden holländischer Usenet Provider Antworten mit Zitat

Gestern wurde die Webseite usenetfactory.eu vom Netz genommen, bereits während eines Telefonat, das ich mit einem der beiden Inhaber führte. usenetfactory.eu wurde als Nachfolger von Usenet Sonderposten deklariert, man hatte von dem ehemaligen Betreiber die Kunden übernommen.

Doch offensichtlich war man sich der Haftungsrisiken als Usenetprovider nicht im mindesten bewusst, man war sogar so leichtfertig, die Providerfirma in Form einer GBR zu führen, die Abkürzung steht für Gesellschaft bürgerlichen Rechts und bedeutet für die Inhaber, dass sie mit ihrem vollen Privatvermögen für 30 Jahre für die Verbindlichkeiten der Firma haften.

Angesichts des jugendlichen Alters der beiden Betreiber wunderte mich die Leichtfertigkeit nicht weiter.

Auf der Webseite gab es auch eine abenteuerliche Begründung dafür, warum man angeblich der Vorratsdatenspeicherung als deutscher Usenet Provider nicht unterliegen würde, für die sich die Bundesnetzagentur sicher brennend interessiert hätte, hätte man davon erfahren. Alleine das hätte zum wirtschaftlichen Ruin der Betreiber gereicht. Denn die Bußgelder der Bundesnetzagentur bewegen sich in der Regel im Bereich oberhalb von 50.000 €.

Doch deshalb schreibe ich diese Nachricht nicht, sondern wegen einer zunehmend um sich greifenden Verhaltensweise holländischer Usenet Provider.

Ganz versteckt auf der Webseite gab es einen kleinen Hinweis, dass Kunden von T-Com. AOL und einigen anderen Internet Providern den Usenet Zugang leider nicht nutzen könnten, weil die entsprechenden Internetprovider das Usenet gesperrt hätten.

Das ist natürlich Schwachsinn, diese Internet Provider haben Port 119 für das Usenet weder gesperrt noch gedrosselt. Es ist genau umgekehrt, der holländische Usenet Provider, bei dem usenetfactory.eu einkauft, hat IP Sperren für diese Internetprovider eingebaut. Verantwortlich dafür, dass man über diesen holländischen Usenet Provider und seine Reseller als Kunde eines der Internetprovider auf diesen Usenet Zugang nicht zugreifen kann, ist also nicht der Internetprovider, sondern der holländische Usenet Provider, bei dem usenetfactory.eu und auch einige andere einkaufen.

Der Hintergrund ist auch schnell und einfach erklärt. Die Standleitungskosten sind in Holland deutlich niedriger als in Deutschland oder Belgien. Deshalb gibt es in Holland auch sehr viele Usenet Provider und sie erscheinen gegenüber deutschen Preisen noch außerordentlich billig. Doch ab dem Moment, an dem der Traffic Holland verlässt und nach Deutschland oder Belgien weitergeleitet werden muss, berechnen die Deutschen beziehungsweise belgischen Internetprovider Durchleitungsgebühren, die in etwa den Gebühren entsprechen, die ein deutscher Usenet Provider für seine Standleitung bezahlen muss. Diese Gebühren sind deutlich höher, als die holländischen Usenet Provider im Inlandsverkehr überhaupt von ihren Kunden beziehungsweise Resellern pro Gigabyte fordern.

Wenn man als Deutscher oder belgischer Usenet Provider bei einem holländischen Usenet Provider einkaufen möchte, bietet dieser zwei verschiedene Tarife an. Der erste, äußerst preiswerte Tarif, ist ausschließlich für holländische Kunden vorbehalten. Der zweite Tarif, der deutlich teurer ist als der Einkauf bei einem amerikanischen oder deutschen Usenet Provider, ist für den grenzüberschreitenden Verkehr gedacht.

Inzwischen setzen immer mehr holländische Usenet Provider IP Sperren ein, um Kunden aus Deutschland und Belgien vom Usenet Zugang auszuschließen. Denn mit deutschen und belgischen Kunden würden die holländischen Usenet Provider gewaltig draufzahlen.
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Zuletzt bearbeitet von Kavi am 10.02.2009, 16:22, insgesamt 2-mal bearbeitet
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Kavi
Boss hier


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BeitragVerfasst am: 04.02.2009, 20:54    Titel: Antworten mit Zitat

Nachdem es erwartungsgemäß von seiten von Borbarad, der in diesem Forum als Schlumpfy angemeldet war, völlig verdreht worden ist in seinem eigenen Forum wie auch in seiner Mailkorrespondenz, möchte ich ausdrücklich nochmal etwas klarstellen:

Ich habe nichts gegen holländische Usenet Provider, die innerhalb Hollands so günstige Standleitungspreise haben, dass sie den gesamten Usenet Zugang innerhalb Hollands billiger verkaufen können, als in Deutschland alleine die Traffic Vergütung an die Telekom kostet, ich habe etwas gegen Leute, dazu gehört auch Borbarad, die die günstigen Inlandspreise der holländischen Usenet Provider gegen deutsche und amerikanische Usenet Provider ausspielen.

Und ich habe schon dreimal etwas gegen Firmen wie usenetfactory.eu, die ihre deutschen Kunden geradezu verarschen.

Die holländischen Usenet Provider bieten ganz bewusst Tarife für den Weiterverkauf innerhalb Hollands und Tarife für den Weiterverkauf außerhalb Hollands an. Die Tarife für den Weiterverkauf außerhalb Hollands liegen auf dem normalen Weltmarktniveau für den Weiterverkauf durch Reseller. Sie sind weder günstiger noch teurer als die entsprechenden Tarife deutscher oder amerikanische Usenet Provider, die ebenfalls Tarife für Reseller anbieten. Die außerordentlich günstigen Preise sind nur innerhalb Hollands realisierbar, eben wegen der Standleitungskosten.

Doch wenn ein deutscher Usenet Provider als Reseller eines Holländers die günstigen Inlandstarife des Holländers kauft, die ausdrücklich nicht für den deutschen Markt vorgesehen sind, diese auf dem deutschen Markt zu Kampfpreisen anbietet und gleichzeitig irgendwo versteckt auf der Webseite einen Hinweis macht, das unter anderem Kunden von T-Online den Zugang leider nicht nutzen können, dann ist das schon mehr als fragwürdig.

Vor allem, wenn es so geschickt wie es auf der Webseite von usenetfactory.eu geschehen ist, wo behauptet wurde, das angeblich sogar T-Online den Usenet Zugang gesperrt hätte. Die Schuld also einem deutschen Internetprovider in die Schuhe geschoben wird, der noch nicht einmal etwas davon weiß, dass seine IP Bereiche von dem holländischen Usenet Providern gesperrt wurden, bei dem usenetfactory.eu seinen Traffic einkauft.

Ich habe überhaupt nichts gegen holländische Usenet Provider, ich finde es gut, dass man in Holland zeigt, dass Netzneutralität und Netzkosten nicht zur Bereicherung eines ehemaligen staatlichen Unternehmens dienen, das immer noch die Netzhoheit in Deutschland hat, und dass man damit auch zeigt, dass ein nicht unerheblicher Teil der Kosten, die ein Usenet Zugang in Deutschland beziehungsweise für deutsche Kunden verursacht, wir dem eigentlich immer noch Staatsunternehmen Telekom verdanken.

Wir können nur hoffen, dass das holländische Beispiel Schule macht und die Telekom von ihrem hohen Roß als einstigem Monopolunternehmen herunter steigt und endlich realistische Trafficpreise anbietet. Holland zeigt, dass die Deutschen Trafficpreise der Telekom weit überhöht sind. Und wir zahlen es alle, egal ob wir direkt einen Dienst der Telekom nutzen oder einen Dienst nutzen, dem nichts anderes übrig bleibt, als die Leitungen der Telekom zu benutzen.
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Kavi
Boss hier


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BeitragVerfasst am: 05.02.2009, 11:19    Titel: Antworten mit Zitat

Heute Vormittag kam eine E-Mail von einem der beiden Betreiber von usenetfactory.eu, in der nun behauptet wird, dass die Einschränkungen für den Zugang über die Telekom usw. ein Missverständnis gewesen sein und es tatsächlich keine IP Sperren geben würde.

Ich kann nicht feststellen, ob es sich um ein Missverständnis von Seiten usenetfactory.eu gehandelt hatte, oder ob man den Vertrag mit dem holländischen Usenet Provider inzwischen dahingehend geändert hat, dass die vorher auf der Webseite genannten deutschen und belgischen Internetprovider nicht mehr mit einer IP Bereichssperre belegt sind.

Auf jeden Fall hatte es so auf der inzwischen vom Netz genommen Webseite von usenetfactory.eu gestanden.

Zur Fairness dieser beiden Betreiber von usenetfactory.eu kann ich nur feststellen, dass ich Sie von mir aus angerufen hatte, um ihnen eine Abmahnung wegen einer Urheberrechtsverletzung, die mich selbst betrifft, zu ersparen. Anschließend bedankte sich mein Gesprächspartner auch dafür, dass ich ihn auf all die Fallstricke auf der Website aufmerksam gemacht hatte, ebenso wie auf das Risiko, von der Content Industrie verklagt zu werden. In diesem Zusammenhang insbesondere auf das enorme Risiko, das man als Personengesellschaft oder Einzelunternehmer trägt, denn in diesem Fall haftet man nicht nur mit dem Firmenvermögen, sondern mit seinem gesamten Privatvermögen.

Doch umgekehrt ist man offensichtlich nicht so fair. Man droht mir juristische Schritte an, falls ich die Forenpostings nicht ändere.

Doch im Gegensatz zu den abenteuerlichen Behauptungen auf der Webseite von usenetfactory.eu waren meine Forenbeiträge gut recherchiert.

Angeblich studieren die beiden Herren sowohl BWL als auch Jura, doch wenn überhaupt, dann in den ersten Semestern, denn ich habe selten so viel juristischen Unsinn auf einer Webseite gelesen. Die Krönung war die Begründung, warum usenetfactory.eu angeblich nicht zur Vorratsdatenspeicherung verpflichtet sei.

Das Usenet ist nach wie vor ein gutes Geschäft und es ist nicht weiter verwunderlich, dass gerade junge Leute, die vom Usenet kaum Ahnung haben und von juristischen Problemen um das Usenet Providing schon dreimal nicht, versuchen, damit ein Geschäft aufzubauen. Doch ich vertraue lieber einem Usenet Provider, der weiß was er tut, der weiß, was auf dem News-Server bei dem er einkauft passiert, zum Beispiel was dort über die Userzugriffe gespeichert wird, und der auch genügend Kapital zumindest für eine Gründungs Beratung in diesem juristisch sensiblen Markt aufbringen kann. Ich habe schon allzu viele dieser Möchtegern Usenet Provider von einem Tag auf den anderen schließen sehen und die Kunden, die bereits im Voraus bezahlt hatten, sahen plötzlich in die Röhre.
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tomsen
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BeitragVerfasst am: 02.03.2009, 02:15    Titel: Antworten mit Zitat

hi,


also ich merke nix von einer sperre oder von einem teuren zugang-

mal zum vergleich ,st nen hammer unterschied mit sitz in deutschland:
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wenn ich einen deutschen usenet-provider nehme kostet es mich für eine 2000er leitung ca 10 euro als flaterate , aber wenn ich einen aus holland nehme , zahle ich nur knapp über 2 euro für die selbe leistung , wie gesagt ich merke da nichts von durchleitungsgebühren oder ip-sperren . also kann man sich vorstellen , was ein deutscher usenet-provider verdient an einem kunden / pro monat .
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Kavi
Boss hier


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BeitragVerfasst am: 30.06.2009, 18:57    Titel: Antworten mit Zitat

Bereits seit 2008 sperrt Hitnews in den Niederlanden ganze IP Bereiche in Deutschland bereits für die Anmeldung aus und leitet stattdessen auf die Webseite von Xennews weiter.

Grund sind die Weiterleitungskosten in deutsche und belgische Netzwerke. Anscheinend gibt es sogar bei den Internetprovidern in Deutschland dazu verschiedene Handhabungen. Ich habe mich gerade zu diesem Thema durch diverse Foren gelesen und zu meiner Überraschung festgestellt, dass Hitnews beispielsweise Kabel Deutschland in manchen Regionen zur Anmeldung auf eine andere Webseite weiterleitet, in anderen Regionen jedoch eine Anmeldung bei Hitnews direkt möglich ist.

Das deckt sich auch mit den Erfahrungen, die ich durch diverse Reseller holländischer Usenet Provider bei Telefonaten und E-Mail wechsel machte. Dort wurde mir gleich gesagt, wenn beispielsweise ein Kunde von T-Com den Usenet Zugang nicht benutzen kann, würde er sein Geld zurückbekommen. Inzwischen betrifft es jedoch längst nicht mehr nur T-Com.

Ein Reseller eines holländischen Usenet Providers, der sich auch innerhalb der ohnehin etwas chaotischen Usenet Szene wie ein Lausbub (eine etwas vornehme Umschreibung für jemanden, der vorsätzlich geltendes Recht bricht) aufführt und nicht wie ein seriöser Geschäftsbetrieb, geht in seinem Forum so weit, das Forum eines anderen, amerikanischen Usenet Providers zu denunzieren, dort würden angeblich Userdaten an die Staatsanwaltschaft weitergereicht. Einen Beweis für die Behauptung bleibt man natürlich schuldig. Und das von einem Supermoderator, der direkt von diesem Usenet Provider bezahlt wird.

Kein Wunder, die Webseite, gegen die man schießt, wird von Astraweb betrieben, der die zurzeit günstigste Flatrate für internationale Kunden anbietet, nämlich gerade mal $ 11 für eine nicht tempolimitierte Flatrate, das sind umgerechnet noch nicht einmal acht Euro.

In Holland sind Standleitungen subventioniert. Das ermöglichte holländischen Usenet Providern zu Preisen anzubieten, die noch unter den Standleitungskosten in Deutschland liegen. Doch zunehmend funktioniert es nicht mehr.

In Holland wurden auch lange Zeit Urheberrechtsverletzungen auf Webseiten und in den diversen Netzwerken des Internets, so auch im Usenet, geduldet. Die holländischen Usenet Provider hatten also auch kein Prozesskostenrisiko. Auch das hat sich inzwischen gewaltig geändert. Wie hoch das Prozesskostenrisiko in Deutschland ist, mag vielleicht der Prozess GEMA gegen alphaload verdeutlichen, der mehr als 80.000 € Prozesskosten verursachte, von denen alphaload 70 % tragen muss.

Mit den winzigen Gewinnmargen, mit denen holländische Usenet Provider lange Zeit einen Preiskampf untereinander wie auch gegen ausländische Mitbewerber führten, kann man sich solche Prozesse natürlich nicht leisten. Dann muss man stattdessen zu machen. Einfach so zu machen bedeutet jedoch für die User, sie haben Geld bezahlt und bekommen keine Leistung. Ich habe das damals bei Usepirat erlebt, da reichte schon eine Klage-Androhung der GEMA, um den Betrieb zu zumachen und die User bekamen weder ihr Geld zurück noch irgendeine Leistung.

Inzwischen ist die Rechtsprechung zu Urheberrechtsverletzungen in den Niederlanden sogar schärfer als in Deutschland. Nun haben auch die holländischen Usenet Provider plötzlich ein erhebliches Prozessrisiko. Das lässt sich mit den winzigen Gewinnmargen, mit denen man untereinander und gegen ausländische Usenet Provider einen Preiskampf führte, natürlich nicht finanzieren.

Mir ist völlig klar, viele von euch wollen einfach einen billigen, gut funktionierenden Usenet Zugang und machen sich um alles andere keinerlei Gedanken. Die Zeiten, wo man für ein Fünftel des Preises eines deutschen Usenet Zugangs den Usenet Zugang in Holland bekam, gehören zunehmend der Vergangenheit an. Zumal sich immer mehr Usenet Provider in Holland auch bewusst werden, dass sie mit deutschen Kunden auch deutschem Recht unterliegen, das lässt sich nämlich nur vermeiden, wenn aus Deutschland eine Anmeldung erst gar nicht möglich ist. Ebenso wie diesen Usenet Providern erst allmählich bewusst wird, dass sich ein deutsches zivilrechtliches Urteil problemlos in sämtlichen EU-Staaten, also auch Holland, durchsetzen lässt.

Die einzigen, die damit noch nicht das große Problem haben, sind die amerikanischen Usenet Provider, prinzipiell lässt sich deutsche Rechtsprechung zwar auch in den USA durchsetzen, doch kann man durch Prozesstechniches taktieren die Durchsetzbarkeit um Jahre hinauszögern.

Deshalb sind mittlerweile die Amerikaner auch günstiger als die Holländer für deutsche User. Und der günstigste Amerikaner ist wiederum Astraweb.

Zitat:
also kann man sich vorstellen , was ein deutscher usenet-provider verdient an einem kunden / pro monat .


Vorstellen kann man sich manches, auch das Unmögliche. Von der Realität hast du offensichtlich keine Ahnung. Es hat wohl einen Grund, dass die großen deutschsprachigen Usenet Provider wie Usenext, firstload und alphaload ihren Traffic nicht in Holland einkaufen beziehungsweise Usenext nur einen winzigen Teil des Traffics in Holland einkauft. Die Holländer sind nämlich im Weiterverkauf des Traffics um vieles teurer als die Amerikaner. Nur im Weiterverkauf innerhalb Hollands bieten sie die günstigen Preise an, die durch die subventionierten holländischen Standleitungen möglich sind. Was meinst du wohl warum ausgerechnet das kleine Holland zum News-Server-Land Nummer eins in Europa wurde?

Die holländischen Usenet Provider machen in Deutschland praktisch keine Werbung auf eigene Kosten, sondern lassen sich von Webseiten wie der von Borbarad bewerben. Ohne diese Webseiten wären sie in Deutschland praktisch unbekannt. Ich kann dir sagen, weil ich die Kalkulation von Usenet Providern kenne, dass ein monatlich kündbarer Usenet Zugang sich frühestens nach drei Monaten überhaupt für den Provider rentiert. Ich kann dir sagen, dass alleine das in Deutschland übliche Paymentsystem per Lastschrift die Usenet Provider gewaltig Geld kostet. Die Banken verdienen sich nämlich daran dumm und dämlich. Eine einzige Rück Lastschrift kostet acht Euro an Gebühren. Wenn man wie die Holländer so ein Paymentsystem erst gar nicht anbietet, kann man schon mal um die durchschnittlich 20 % Rücklastschriften billiger sein. Doch so wie es im Moment läuft müssen vier ehrliche Kunden die Kosten für einen unehrlichen mittragen. Das sind Zahlen, die auf die rundum seriösen Provider bezogen sind. Hat ein Provider erst einmal wie alphaload einen schlechten Ruf, dann gehen die Rücklastschriften deutlich über 50 % hinaus. Das heißt dann, ein ehrlicher Kunde muss die Kosten für einen unehrlichen mittragen. Auch Werbung kostet Geld, die alles Umsonstmentalität des Internets funktioniert bei Werbe Partnern mit Sicherheit nicht. Auch Werbung auf Google kostet viel Geld. Pro Klick je nach Stellung einer Anzeige bis zu drei Euro.

Und was passiert, wenn man nicht wirbt?

Dann geht es einem wie dem damaligen Betreiber von s**v**l**d, der wegen der enormen Risiken seine Firma mitsamt der Kunden verkaufen wollte, nach einem Jahr hatte er es trotz sehr günstigen Preisen gerade mal auf 55 Kunden geschafft. Mit anderen Worten, er hatte voll und ganz drauf gezahlt. Wäre er auch noch von der GEMA verklagt worden, dann hätte er noch einige 10.000 € drauflegen dürfen. Er hat gerade noch rechtzeitig verkauft, um nicht verklagt zu werden.

Ich bin nicht für die alles umsonst Mentalität zu haben, denn gute Leistung kostet auch Geld. Ein Usenetzugang kostet auch Geld, je nach Anbieter mehr oder weniger. Und auch beim Usenet Zugang kommt es unter anderem auf die Leistung an. Nicht nur die Leistung, die man in Zahlen messen kann, also Retention, Geschwindigkeit und Ähnliches, sondern selbstverständlich auch auf den Support.

Wenn ein Usenet Provider sich auf einen Prozess mit der GEMA einlässt statt wie Usepirat damals einfach zu zumachen, dann tut er das auch im Interesse von euch, seinen Kunden. Denn würde das Usenet durch einen Prozess als insgesamt illegal erklärt, was meinst du, wie lange du dann noch auf einen holländischen Usenet Provider zugreifen könntest? Doch die Holländer, die davon profitieren, beteiligen sich nicht an den Prozesskosten deutscher Usenet Provider.
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TheMaster
1ter Post


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BeitragVerfasst am: 04.07.2009, 22:39    Titel: Antworten mit Zitat

Hi,
Ich denke nicht alle Holländischen Provider agieren so wie z.B. hitnews oder Factory. Die Ipsperren werden ja auch nur von manchen Providern benutzt.

Es gibt auch Holländische Provider die durchaus Qualität haben, obwohl sie billig sind.
So kann ich für mich nur sagen dass z.B. Gebruikhet.net oder Xlned.com eine gute Preisleistung haben, und dass diese auch ihre Leistungsversprechen, egal bei welchem Internet Provider man ist, einhalten.
Sicherlich haben diese auch 1-2 Mal im Monat für 10 Minuten den Wurm drinnen, aber das haben auch usenext... und bei anderen auch.

Ich würde die obige Aussage nicht umbedingt auf alle Provider verallgemeinern.

Gruss TheMaster
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Kavi
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BeitragVerfasst am: 05.07.2009, 13:19    Titel: Antworten mit Zitat

Bei den holländischen Usenet Providern gibt es einen Riesenunterschied zwischen den eigentlichen Providern, also den Firmen, die eigene News-Server betreiben und ihren Resellern.

Vielen holländischen echten Usenet Providern war längere Zeit nicht bewusst, dass sie für Traffic in bestimmte belgische und deutsche Netzwerke von Internet Providern zusätzlich etwas bezahlen müssen. Entsprechend waren auch die älteren Verträge mit Resellern nicht auf IP Bereiche limitiert. Das hat sich in den letzten zwei Jahren jedoch gründlich geändert. Inzwischen kann ein Reseller die sehr günstigen Inlandspreise Hollands nur noch erhalten, wenn er sich zu IP Sperren beispielsweise für die Telekom verpflichtet. Ansonsten muss er sehr viel höhere Preise zahlen, Preise, die so hoch sind, dass sich der Einkauf aus Holland für einen Reseller eigentlich gar nicht rentiert.

Doch die Reseller, die noch ältere Verträge haben, können natürlich weiterhin zu den günstigen Preisen auch nach Deutschland und Belgien verkaufen und tun das natürlich auch. Für den eigentlichen Usenet Provider, bei dem diese Reseller ihren Traffic kaufen, ist das allerdings ein gewaltiges Verlustgeschäft. Denn die zusätzlichen Traffickosten sind deutlich höher als der gesamte Usenet Zugang kostet.

Manche Reseller kümmern sich überhaupt nicht darum, obwohl sie einen Vertrag haben, der sie zu IP Bereichssperren verpflichten würde und verkaufen ihren Usenetzugang zu den günstigen Inlandstarifen Hollands nach Deutschland. Mal funktioniert es, mal bekommen sie böse E-Mails, weil der Usenet Zugang beispielsweise über T-Com nicht genutzt werden kann. Das hängt ganz vom Internetzugang des Users in Deutschland ab. Genau genommen ist diese Vertriebsmethode Betrug. Vor allem, wenn wie ich es auf verschiedenen Webseiten von Resellern holländischer Usenet Provider schon gesehen habe, irgendwo versteckt ein Hinweis steht, dass der Dienst mit bestimmten Internet Providern in Deutschland oder Belgien nicht zu nutzen ist. Wenn das wenigstens auf der Anmeldeseite stehen würde oder bei den Tarifen, da wäre es noch halbwegs in Ordnung.

Das ist nur die Seite des Traffics und der Weiterleitung nach Deutschland beziehungsweise Belgien.

Im Bereich der Usenet Reseller gibt es viele junge Leute, die von den juristischen wie auch kaufmännischen Grundbedingungen des Usenet keine Ahnung haben, jedoch mit günstigen Usenetzugängen Kasse machen möchten. Solche Leute erlebe ich immer auch mal wieder hier in Deutschland. Wenn sie dann hören, welche Haftungsrisiken sie eingehen und was alleine eine Abmahnung durch die GEMA bereits kostet, selbst wenn sie sich auf einen Prozess nicht einlassen und stattdessen zu machen, dann fallen sie aus allen Wolken.

In Holland sind sich nur wenige Profis der tatsächlichen Risiken bewusst. Nicht umsonst kannst Du zum Beispiel eweka aus Deutschland überhaupt nicht nutzen. Obwohl eweka beispielsweise über Usenext Traffic auch nach Deutschland verkauft. Doch dann ist Usenext verantwortlich und nicht eweka.

Bei Amateuren, die das Usenet als Geschäftsmodell entdecken, kann man leider nicht voraussetzen, dass sie auch nur die geringsten juristischen Kenntnisse haben, geschweige denn noch Kenntnisse über die Haftungsrisiken im Nachbarland Deutschland. Man kann bei solchen Leuten auch nicht voraussetzen, dass sie wissen, dass sie auch in Deutschland beispielsweise am Landgericht Hamburg verklagt werden könnten und das Urteil auch in Holland gültig ist. Sie setzen sich solange über sämtliche juristischen Risiken hinweg, bis das böse erwachen durch eine Abmahnung der GEMA, eines Labels oder der Filmindustrie erfolgt.

Ich kenne diese Haltung sogar von Profis in den USA, die sich in den USA absolut unangreifbar durch deutsches Recht fühlen. Sie sind sich nicht bewusst, dass in den USA jedes zivilrechtliche Urteil, das nach rechtsstaatlichen Prinzipien zu Stande kam, auch durchsetzbar ist. Und zwar selbst dann, wenn nach amerikanischem Recht eine Verurteilung gar nicht möglich gewesen wäre. Man kann das lediglich über Taktik einige Jahre verzögern.

Diese Usenet Provider gehen sogar mit deutschsprachigen Webseiten an den Markt, ohne auch nur das Widerrufsrecht in Deutschland und Österreich zu beachten und unterwerfen sich mit Webseiten in dieser Sprache wissentlich und willentlich dem Recht der drei deutschsprachigen Länder. Indem sie das Recht dieser Länder missachten, haben sie natürlich auch manchen Wettbewerbsvorteil. Indem sie Lastschriftverfahren erst gar nicht anbieten, haben sie bei den Kunden, die stattdessen per Kreditkarte oder Paypal zahlen einen weiteren erheblichen Wettbewerbsvorteil, denn hierbei handelt es sich um für den Usenet Provider absolut sichere Zahlungsmaßnahmen, eine Rückbuchung oder Storno ist nicht zu befürchten. Ganz im Gegensatz zum Lastschriftverfahren, das den Usenet Provider auch noch acht Euro kostet, wenn eine Lastschrift zurückgeht.

Tatsächlich sind die Usenet Provider sogar dann im Risiko, wenn sie sich auf englischsprachige oder holländische Webseiten beschränken. Es genügt bereits die Nutzbarkeit des Dienstes aus einem Land, um nach dem Recht dieses Landes auch zu haften. Das Internet gibt es schließlich nicht erst seit gestern, das Usenet gibt es sogar noch viel länger und es gibt längst internationale Vereinbarungen zur Durchsetzung von Urteilen. Vor vielen Jahren, da war das Web noch ganz am Anfang, wurde der Betreiber einer amerikanischen Webseite in Australien verklagt, weil die Webseite schließlich auch in Australien erreichbar war, durch die englische Sprache auch für Australien benutzbar und eindeutig gegen australisches Recht verstieß. Der Prozess wurde in Australien geführt und das Urteil nach etlichen Jahren in den USA auch vollstreckt.

Wenn man nicht möchte, dass man dem Recht eines bestimmten Landes unterliegt, muss man durch IP Bereichssperren dafür Sorge tragen, dass dieses Angebot überhaupt in einem anderen Land nutzbar ist. Es reicht also nicht, die Webseite lediglich auf Holländisch anzubieten.

In dem ausländische Anbieter sich über deutsches Recht hinwegsetzen, können sie natürlich auch Wettbewerbsvorteile gegenüber einem deutschen Anbieter haben. Allerdings nur solange, bis sie genau deshalb auch verklagt werden. Bis jetzt hatten sie Glück, die Gegner des Usenet in der deutschen Contentindustrie haben bislang nur deutsche Usenet Provider verklagt. Wenn es jedoch bald überhaupt keine Usenet Provider mehr mit Sitz in Deutschland geben sollte, wird sich die Contentindustrie natürlich auch Gegner im Ausland aussuchen. So ist firstload zum Beispiel in Hamburg verklagt worden, obwohl firstload seinen Sitz in Dubai hatte und inzwischen verkauft wurde, der Sitz ist nun in einem anderen Land der Arabischen Emirate. Firstload hat eine deutsche Webseite, das genügt völlig, um auch ins Visier der Musikindustrie zu geraten.
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Kavi
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BeitragVerfasst am: 13.03.2015, 14:12    Titel: Update zu holländischen Usenet Providern Antworten mit Zitat

Inzwischen hat sich, neun Jahre später, der Markt erheblich beruhigt.

In Europa tätige Usenet Provider haben aus den Prozessen mit den Rechteinhabern (Content Industrie) gelernt und werden deshalb auch kaum noch wegen Urheberrechtsverletzungen im Usenet verklagt.

Denn umgekehrt haben auch GEMA, BREIN, die Film- und Musikindustrie aus den Prozessen gelernt, dass Usenet Provider nicht für die Inhalte des Usenet haften. Stattdessen wird zunehmend vom Notice and Take Down Gebrauch gemacht, insbesondere bei gerade erst auf den Markt gekommenen Titeln.

Einige früher selbstständige holländische Usenet Provider sind inzwischen von größeren, insbesondere amerikanischen Usenetprovidern aufgekauft worden, beispielsweise auch der besonders preiswerte holländische Usenet Provider XLned. Die neuen, amerikanischen Eigentümer haben längst erkannt, dass in Europa (EU) andere Gesetze als in den USA gelten und haben die gesamte Verwaltung für europäische Kunden inklusive der juristischen Beratung zu ihren holländischen Tochtergesellschaften verlagert. Ich kann mich noch gut an das Erstaunen des Chefs von Giganews während einer von mir veranstalteten Usenet Provider Konferenz erinnern, als ihm unser Jurist die Besonderheiten des EU Rechts und der deutschen Umsetzung erläuterte. Der Chef von Giganews ist selbst Jurist und konnte es kaum fassen, dass zwischen dem amerikanischen Recht und dem europäischen, insbesondere den deutschen Recht so gewaltige Unterschiede sind.

Deshalb gibt es Probleme höchstens noch mit Usenetprovidern, die, wie damals einige jugendliche Newcomer, mal auf die Schnelle Geld machen möchten, ohne sich über die Risiken im klaren zu sein. Aber auch da habe ich schon seit längerer Zeit nichts mehr gehört.

Nach anfangs teilweise chaotischen Zuständen hat sich der Markt im Usenet längst konsolidiert. Einige ehemalige Usenet Provider haben sich inzwischen freiwillig aus dem Usenet zurückgezogen, weil ihnen die Haftungsrisiken zu groß waren. Bei einigen, die ich gut kenne, habe ich das das sehr bedauert, die Entscheidung jedoch verstanden.

Im Providervergleich vom Usenet Guide stehen inzwischen auch sehr günstige holländische Usenet Provider, die natürlich auch erst nach ausführlichen Tests in den Usenet Providervergleich aufgenommen wurden.

Bei diesen Usenetprovidern gibt es auch mit deutschen Kunden überhaupt keine Probleme.

Es ist übrigens nach wie vor so, dass ich mit allen Usenetprovidern, die ich im Usenet Providervergleich empfehle, im persönlichen Kontakt bin, um Probleme von vorneherein zu vermeiden. Deshalb gibt es auch einige Usenet Provider, die ich nicht empfehle. Inzwischen auch nicht mehr Giganews.

Ein weiteres Update zu diesem Thread ist, dass Astraweb nicht mehr der günstigste, aber immer noch ein sehr günstiger amerikanischer Usenetprovider ist.
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