Das Usenet Forum Foren-Übersicht
Das Usenet Forum
Das Usenet Forum Foren-Übersicht Forenübersicht
FAQ FAQ
Suchen Suchen
Mitgliederliste Mitgliederliste
Profil Profil
private Nachrichten private Nachrichten
Registrieren Registrieren
Login
Benutzername:
Passwort:
Einlogt bleiben 

 

Usenet Guide:

Binary Groups
Text-Newsgroups
Software
Provider
Newsgroups
Schwerpunktthema Überwachung

 
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Das Usenet Forum Foren-Übersicht -> Off Topic
Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
Kavi
Boss hier


Anmeldedatum: 01.08.2006
Beiträge: 1002

BeitragVerfasst am: 30.11.2014, 22:03    Titel: Schwerpunktthema Überwachung Antworten mit Zitat

Bislang habe ich dazu öffentlich geschwiegen, abgesehen davon, dass ich die Hysterie im Zusammenhang mit dem Usenet etwas gedämpft habe.

Doch fast täglich kommen neue Erkenntnisse zum Thema Überwachung. So wurde heute durch einen Spiegelartikel bekannt, dass das Bundeskanzleramt spätestens seit 8. Februar 2005 vom Bundesnachrichtendienst in einer Lagebesprechung gewarnt wurde.

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/bnd-warnte-2005-vor-spionage-durch-usa-in-deutschland-a-1005810.html

Seitdem wurden wir vorsätzlich immer wieder von der Bundesregierung belogen. Insbesondere scheinen die Firmen, gegen die sich die amerikanische Spionage richtete, noch nicht einmal gewarnt worden zu sein.

Da fragt man sich schon, in wessen Interesse die Bundesregierung handelt?

Von dieser Meldung sind nur Politiker, Ministerien, Behörden und Firmen betroffen, die amerikanische Sicherheitstechnik verwenden oder verwendet haben.

Das könnte uns doch am A… vorbei gehen. Kann es nicht, selbst wenn wir nicht unmittelbar betroffen sind. Denn, wenn deutsche Firmen ihren Vorsprung gegenüber amerikanischen Firmen durch Spionage einbüßen, gehen Arbeitsplätze verloren. Es geht noch eine ganze Menge mehr verloren, zum Beispiel Steuereinnahmen. Und somit betrifft es letztendlich uns alle.

Dabei wollte ich darüber gar nicht schreiben, sondern über die Überwachung von uns allen, sowohl durch "befreundete" als auch unsere eigenen Geheimdienste, über die Forderungen der nimmer satten Polizei nach noch mehr Überwachung und natürlich über Internet- und Technologiekonzerne, die uns ebenfalls 24 h täglich überwachen.

Welche Bedeutung hat diese Überwachung für den einzelnen?

Für jemanden, der unauffällig lebt, scheinbar zunächst gar keine. Für jemanden, der höchstens einmal eine Ordnungswidrigkeit im Verkehr begeht, scheinbar zunächst gar keine. Diese Leute leben nach dem Motto, sie hätten nichts zu verbergen. Vielleicht trifft das für diese Leute sogar zu. Jede Diktatur lebt von genau diesen Leuten, denen es im Grunde genommen egal ist, was "die da oben" machen.

Besucher dieses Forums mögen zwar nach außen hin ebenfalls ganz unauffällig leben, doch das Interesse an binären Usenet lässt vermuten, dass man es zumindest mit dem Urheberrecht nicht so genau nimmt. Und somit betrifft die Überwachung natürlich jeden Nutzer des Usenet als potentielle Gefahr. Und das, obwohl das Usenet ebenso legal ist wie das Internet. Aber, ich habe schon in anderen Beiträgen dazu Stellung genommen, zumindest die Geheimdienste arbeiten vermutlich nicht mit der Content Industrie und ihren Anwälten zusammen. Insoweit kann auch Entwarnung gegeben werden.

Das ist ohnehin eine seltsame Sache mit der flächendeckenden Überwachung. Welches Interesse könnte der Geheimdienst an Lieschen Müller haben?

Zunächst einmal kein besonderes Interesse.

Doch gerade Lieschen Müller ist interessant, wenn es darum geht, die Stimmung in der Bevölkerung zu bestimmten Themen zu erfahren und auszuwerten. Wir kennen die Kehrtwendungen unserer Bundeskanzlerin zum Beispiel im Bereich der Energiepolitik nur zu gut. Auch die Gestapo hatte durch unauffällige Spitzel beispielsweise in einer Straßenbahn die Stimmung in der Bevölkerung zu bestimmten Themen überwacht. Hätte die Gestapo damals schon die heutigen technischen Möglichkeiten gehabt, es ist nicht auszudenken, was dann wäre.

Lieschen Müller ist auch aus einem anderen Grund interessant:

Denn Lieschen Müller könnte, und sei es nur als Putzfrau, eine Stelle in einer Technologiefirma, einem Ministerium oder einer Behörde bekommen. Dann wird sie zu einem interessanten Spionageziel. Und dann ist es natürlich gut, wenn man bereits ein komplettes Persönlichkeitsprofil von ihr besitzt, also weiß, wo ihre wunden Punkte sind, womit sie sich vielleicht locken oder erpressen lassen würde.

Inzwischen werden Persönlichkeitsprofile bereits ab der Geburt erstellt. So kann man sie im Bedarfsfall immer gegen jemanden verwenden. Damit selbst bei einer Namensänderung beispielsweise durch eine Heirat das Profil eindeutig zugeordnet werden kann, hat jeder Deutsche durch die Hintertür auch die nach wie vor verbotene Persönlichkeits-Nummer in Form einer scheinbar unverdächtigen Steuernummer, die bereits bei der Geburt eines Kindes vergeben wird.

Nicht nur die Geheimdienste, sondern auch die Polizei ist an den Persönlichkeitsprofilen sehr interessiert. Und zwar keineswegs nur, um, wie immer wieder behauptet, Verbrechen aufklären zu können. Sondern um im Bedarfsfall Verdächtige präsentieren zu können.

Arbeitgeber sind an den Persönlichkeitsprofilen natürlich ebenfalls sehr interessiert. Da geht es nicht nur um Krankheiten, da geht es auch um politische Einstellungen usw.

Und natürlich, wir sind ja längst zu Verbrauchern degradiert, sind die Persönlichkeitsprofile auch für die produzierende Industrie nicht nur wegen personalisierter Werbung interessant, sondern auch, um etwas genau nach den gelenkten Bedürfnissen des Massenmarktes zu produzieren.

In die Persönlichkeitsprofile fließen immer mehr Informationen ein. Vernetzte Haushaltsgeräte, vernetzte Autos, intelligente Stromzähler und was es bisher an Überwachung schon gab (Internet, Mobilfunk, Telefon, Postüberwachung) erstellen Persönlichkeitsprofile, über die sich jeder Heiratsvermittler freuen würde. Denn damit weiß man mehr über uns als selbst unsere Eltern oder Partner/in. Vielleicht sogar mehr, als wir selbst über uns wissen, denn durch die psychologische Auswertung der Persönlichkeitsprofile lassen sich bestimmte Verhaltensweisen vorhersagen.

Dazu kommt eine immer bessere Gesichtserkennung und die Überwachung des öffentlichen Raums, mit der selbst dann umfangreiche Bewegungs- und Persönlichkeitsprofile erstellt werden können, wenn wir auf all diese Techniken, mit denen wir überwacht werden können, soweit wie möglich verzichten.

Der maschinenlesbare Ausweis, der selbst an der Supermarktkasse ausgelesen werden kann, hinterlässt selbst dort Spuren, wo uns niemand kennt und wir mit Bargeld bezahlen.

Und natürlich werden selbst angesichts dieser Situation immer noch genug Leute behaupten, es sei ihnen egal, sie hätten nichts zu verbergen. Oder, wie es einige Mitglieder der Piratenpartei verkündet hatten, das Ende der Privatheit. Ob es denen allerdings so recht wäre, wenn man ihr komplettes Privatleben ins Netz stellen würde, inklusive, wann sie mit wem und wie oft Sex hatten und was sie dabei bevorzugen? Denn das Ende der Privatsphäre ist auch das Ende der Privatsphäre im Schlafzimmer.

Was aber noch viel schlimmer an dieser ganzen flächendeckenden Überwachung ist, die Chilling Effects

http://www.telemedicus.info/article/2866-Chilling-Effects-und-UEberwachung.html

Dabei geht es im Prinzip darum, dass man Angst hat, seine wirkliche Meinung noch irgendwo zu äußern. Also genau die Angst, die man sonst nur von Diktaturen kennt, wie wir gleich zwei im letzten Jahrhundert auf deutschem Boden hatten.

Das wäre aber gleichzeitig auch das Ende der Demokratie, für die ein wesentliches Merkmal die Meinungsfreiheit ist.

Was so entstehen könnte, wäre schlimmer als jede Diktatur oder frühere Monarchie, weil man noch nicht einmal Untertan zu sein braucht, um ein Duckmäuser zu sein, der das Maul hält.

Es wäre eine Gesellschaft, die zu Gunsten einer scheinbaren Sicherheit sogar die Meinungsfreiheit aufgegeben hat. Es würde auch nicht zu mehr Sicherheit für den Einzelnen führen, sondern ganz im Gegenteil, er wäre auf Gedeih und Verderb der gefährlichsten Gewalt schlechthin, nämlich der nicht mehr vom Volk kontrollierten Staatsgewalt ausgeliefert.
_________________
Usenet Infos topaktuell!
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Kavi
Boss hier


Anmeldedatum: 01.08.2006
Beiträge: 1002

BeitragVerfasst am: 19.11.2015, 22:56    Titel: Mal wieder Überwachung Antworten mit Zitat

Der Terror in Paris hat natürlich nichts mit dem Usenet zu tun.

Doch die Folgen des Terrors könnten sich auch auf das Usenet auswirken.

Bevor ich fortfahre, möchte ich den Hinterbliebenen der Opfer mein Beileid aussprechen, jenen, die verstümmelt weiter leben müssen, meine aufrichtige Anteilnahme und jenen, die das Ganze angezettelt haben, zu rufen: was haben euch diese Menschen getan? Mit welchem Recht glaubt ihr, völlig unschuldige Menschen ermorden und verstümmeln zu können?

Aber was mag in den Köpfen von Politikern, Geheimdienstchefs und Polizeiführern vorgehen?

Denn, wie sich inzwischen zeigt, gab es eine ganze Reihe Hinweise, die vielleicht ausgereicht hätten, die Anschläge zu verhindern. Wie bei fast jedem Terrorakt im Nachhinein festgestellt wird. Doch man hat nichts unternommen, ließ es einfach so laufen. Unfähigkeit oder vielleicht sogar Absicht?

Doch natürlich wird jeder Terrorakt von Sicherheitsfanatikern sofort aufgegriffen, um eine noch weitergehende Überwachung der Bevölkerung zu fordern. Ebenso wie die Forderung nach dem Einsatz der Bundeswehr im Inneren. Womit wir dann möglicherweise dahin kommen, dass Soldaten auf ihre Eltern, Freunde und Geschwister schießen müssten.

Die Unfähigkeit von Polizeibehörden und Geheimdiensten, Terrorakte zu verhindern, zeigt sich gerade in Frankreich sehr deutlich. Wobei ich annehme, dass die französischen Geheimdienste vermutlich dennoch sehr viel effektiver sind als ihre deutschen Kollegen. In Frankreich gibt es die Vorratsdatenspeicherung und sehr viel weitergehende Kompetenzen von Polizei und Geheimdiensten als in Deutschland. Dennoch war man zumindest angeblich von den Terrorakten vollkommen überrascht.

Die Vorratsdatenspeicherung scheint selbst im Nachhinein keine nützlichen Erkenntnisse zu bringen, nützlich war stattdessen ein Zufallsfund, ein Handy, dass man einem der Terroristen zu ordnete. Und das, obwohl mit der französischen Variante der Vorratsdatenspeicherung nicht nur Verbindungsdaten, Standortdaten und die für den Internetzugang vergebende IP für ein volles Jahr gespeichert werden, sondern darüber hinaus auch die Inhalte der Kommunikation.

Doch das ficht die Sicherheitsfanatiker unter unseren Politikern, Geheimdiensten und Polizisten natürlich nicht an, Sie wollen, weil sie damit angeblich Terrorakte verhindern können, die Bevölkerung so umfassend überwachen, wie es sich noch nicht einmal irgendein Diktator der Vergangenheit, selbst Hitler, hätte vorstellen können. Und das von Politikern und Polizeibeamten, die angeblich unsere Freiheit verteidigen wollen. Doch was bleibt von unserer Freiheit, wenn wir, als wären wir alle Verbrecher, auf Schritt und Tritt überwacht werden?

Und dennoch immer wieder Terrorakte passieren.

Dann muss natürlich eine Meldung her, dass man einen Terroranschlag auf ein Länderspiel in Hannover erfolgreich verhindert hätte. Ohne jeden Beweis für diese Behauptung. Und natürlich auch nicht durch die „kompetente Arbeit“ unserer eigenen Geheimdienste und Polizeibehörden, sondern als angebliche Hinweise ausländischer Geheimdienste. Selbst der Innenminister distanzierte sich dann auch von dieser Meldung des NDR und der Bild-Zeitung, die inzwischen dennoch durch fast alle Medien geht.

Doch wenn angesichts des Hauptthemas der Berichterstattung über die Terroranschläge in Paris und der Angst, die man absichtlich unter Millionen von Fußballfans schürt, es schließlich doch zu einer Totalüberwachung kommen sollte, spätestens dann sind wir alle betroffen und dann stellt sich natürlich auch die Frage, inwieweit das Usenet davon unbehelligt bleiben kann?
_________________
Usenet Infos topaktuell!
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Das Usenet Forum Foren-Übersicht -> Off Topic Alle Zeiten sind GMT
Seite 1 von 1

 
Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.

  Impressum Usenet-Suchmaschinen