Das Usenet Forum Foren-Übersicht
Das Usenet Forum
Das Usenet Forum Foren-Übersicht Forenübersicht
FAQ FAQ
Suchen Suchen
Mitgliederliste Mitgliederliste
Profil Profil
private Nachrichten private Nachrichten
Registrieren Registrieren
Login
Benutzername:
Passwort:
Einlogt bleiben 

 

Usenet Guide:

Binary Groups
Text-Newsgroups
Software
Provider
Newsgroups
Vorratsdatenspeicherung usw.

 
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Das Usenet Forum Foren-Übersicht -> Wo du schon jetzt überall ausgespäht werden kannst
Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
Kavi
Boss hier


Anmeldedatum: 01.08.2006
Beiträge: 1002

BeitragVerfasst am: 21.07.2010, 17:47    Titel: Vorratsdatenspeicherung usw. Antworten mit Zitat

Erst kürzlich kam bei einem Vergleich der Umsetzung der Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung der Europäischen Union heraus, was in einzelnen Staaten alles protokolliert und gespeichert wird.

Dabei unterscheiden sich nicht nur die Zeiten, für die diese Daten gespeichert werden, nämlich entgegen mit der maximalen Vorgabe der Richtlinie von zwei Jahren mit bis zu 10 Jahre gespeichert, sondern dabei kam auch heraus, dass deutlich mehr gespeichert wird, als die EU Richtlinie fordert.

Einige Internetserviceprovider speichern zwar nicht den Inhalt von E-Mails, doch sämtliche Headerdaten. Aus dem Header geht sowohl der Absender als auch der beziehungsweise die Empfänger hervor. So lassen sich selbst dann, wenn man nicht an einem sozialen Netzwerk teilnimmt, die ohnehin in puncto Datenschutz eine Katastrophe sind, Profile erstellen, wer mit wem in Kontakt ist. Ganz besonders bei E-Mails, die per CC oder BC an mehrere Empfänger gesendet werden.

Übrigens, Google Mail scannt und speichert sogar den Inhalt von E-Mails, indem man die Geschäftsbedingungen abhakt, erklärt man sich mit dieser Praxis ausdrücklich einverstanden. Das gilt jedoch nicht nur für die Mails, für die der Inhaber des Mailkontos Google die Vollmacht erteilt hat, sondern auch für sämtliche E-Mails, die er von anderen bekommt. Also Vorsicht mit vertraulichen Daten, die an den Inhaber eines Google Mailkontos gesendet werden.

Wie viele von euch vielleicht inzwischen wissen, wird die IP zwar dynamisch und somit für einen Außenstehenden nicht einer bestimmten Person zuortenbar vergeben, jedoch regional. Jeder von euch, der über Google nach bestimmten Produkten, Firmen oder Dienstleistungen sucht, hat inzwischen vermutlich bemerkt, dass die Suchergebnisse regional ausgegeben werden. Britische Wissenschaftler haben bereits vor mehr als zwei Jahren nachgewiesen, dass man nur wenige Daten braucht, Spuren, die praktisch jeder im Web hinterlässt, um mit einer Wahrscheinlichkeit von mehr als 90 % diese Spuren einer realen Person zuordnen zu können.

In Deutschland haben wir nicht etwa Dank der Regierung, sondern dank des Bundesverfassungsgerichtes einen relativ hohen Standard für den Datenschutz. Zumindest hierzulande darf ein Internet Service Provider die Header Daten einer E-Mail nicht protokollieren und speichern. Doch, der Internet Traffic ist international und geht selbst im reinen innerdeutschen Verkehr nicht unbedingt ausschließlich über deutsche Internetknoten. An jedem Internetknoten kann der gesamte Datenverkehr abgefangen und protokolliert werden. Das ist übrigens die grundsätzliche Gefahr, wenn man in eine nicht verschlüsselte E-Mail vertrauliche Daten schreibt. Sie ist nicht besser geschützt als eine Postkarte.

Obwohl es also ohnehin schon möglich ist, mit relativ großer Trefferwahrscheinlichkeit den Internetverkehr einer realen Person zuzuordnen, geht das dem Bund deutscher Kriminalbeamten noch nicht weit genug, sie fordern für die Teilnahme am Internet eine eindeutige Identifizierung über einen elektronischen Ausweis. Was im normalen Geschäftsleben unmöglich ist, zumindest soweit ich mit Bargeld einkaufe, wollen die Kriminalbeamten für das Internet zwingend vorschreiben.

Das erinnert fatal an die Blockwartmentalität des Dritten Reiches beziehungsweise die Stasi. Zumal inzwischen ein Großteil unserer Kommunikation und nicht etwa nur Einkäufe im Internet abgewickelt werden. Stellt euch einmal vor, für jeden Forumsbeitrag in beispielsweise einem Usenet Forum wäret ihr nicht nur als Autor des Artikels sondern auch als Leser eindeutig identifiziert, dazu eure sonstigen Interessen und man hätte ein komplettes Profil eurer Persönlichkeit.

Übrigens, zumindest die bayerische Polizei überwacht auch sämtliche Telefonate über das Internet. Entgegen ihrem Versprechen hat die FDP, die in Bayern zusammen mit der CSU die Regierung stellt, das nicht rückgängig gemacht.

Die bayerische Polizei würde vermutlich auch gerne den normalen Fernsprechverkehr abhören, doch das ist ein Privileg des CIA seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges.

Sicher ist inzwischen praktisch nur noch das Usenet, wirklich sicher auch nur, wenn ihr einen Provider wählt, der SSL Verschlüsselung anbietet. Denn sonst könnte zumindest per Deep Paket Inspektion an einem Internetknoten oder durch euren Internetprovider immer noch festgestellt werden, was Ihr euch gerade aus dem Usenet holt.

Es ist erschreckend, in wie hohem Maße wir inzwischen sowohl von Staaten als auch Firmen durchleuchtet werden. Das Usenet scheint tatsächlich eine der wenigen Rückzugsmöglichkeiten aus der totalen Kontrolle von großen Firmen und Staaten zu sein.

Frage ist, wie lange es noch erhalten werden kann.
_________________
Usenet Infos topaktuell!
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Das Usenet Forum Foren-Übersicht -> Wo du schon jetzt überall ausgespäht werden kannst Alle Zeiten sind GMT
Seite 1 von 1

 
Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.

  Impressum Usenet-Suchmaschinen