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Ausspioniert werden im Internet und wie man sich schützt

 
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Kavi
Boss hier


Anmeldedatum: 01.08.2006
Beiträge: 1002

BeitragVerfasst am: 10.08.2010, 12:21    Titel: Ausspioniert werden im Internet und wie man sich schützt Antworten mit Zitat

Betrachten wir uns zunächst einmal, wo und wie wir überall ausspioniert werden können.

Im Web

Im Web hinterlassen wir zahlreiche Spuren und viele Webseiten hinterlassen Spuren auf unserem Computer.

Der Webserver

Jeder Webserver protokolliert sämtliche Zugriffe inklusive der zugehörigen IP. Das geschieht unabhängig von einer bösen Absicht, der Webserver benötigt die IP um seine Datenpakete richtig adressieren zu können. Soweit für die Darstellung einer Webseite Plugins erforderlich sind, fragt der Webserver bei deinem Browser nach, ob die entsprechenden Plugins installiert und aktiv sind, weil sonst die Webseite nicht einwandfrei dargestellt werden kann. Der Browser übermittelt außerdem seine eigene Kennung sowie das verwendete Betriebssystem.

Der Privat Modus, der bei moderneren Browsern inzwischen eingeführt wurde, schützt nur sehr bedingt. Dabei versucht der Browser so wenige Daten wie möglich zu übermitteln, um die Identifizierung zu erschweren. Erschweren heißt nicht unmöglich machen!

Betriebssystem, verwendeter Browser, installierte Plugins und die regional vergebene IP sind bereits genügend Kenndaten, um mit einer Wahrscheinlichkeit von mehr als 90 % die Anfrage bei einem Webserver einer bestimmten Person zuordnen zu können. Daran ändert auch der Privatmodus eines Browsers nicht viel.

Dein Computer

Viele Webseiten hinterlassen auf dem Computer alle möglichen Daten, beispielsweise Cookies.

Cookies

Cookies sind eigentlich eine praktische Erfindung und die Erfinder dachten mit Sicherheit nicht an böse Absichten. In einem Cookie kann beispielsweise ein Passwort gespeichert werden. Wenn du dich im Usenet Forum anmeldest, um sehen zu können, was es seit deinem letzten Besuch an neuen Beiträgen gibt oder um selbst etwas schreiben zu können, setzt die Forensoftware ein Cookie auf deinem Rechner, in dem User Name und Passwort gespeichert sind. Ohne dieses Cookie müsstest du nach jedem Anklicken eines Links innerhalb des Forums beides neu eingeben.

Viele Webshops speichern in einem Cookie den gesamten Warenkorb, bevor Du die Bestellung abgibst. In einem Cookie können auch verschiedene persönliche Einstellungen gespeichert werden, damit du nicht bei jedem Besuch einer Webseite die Einstellungen erneut vornehmen musst. Das alles sind praktische Anwendungen ohne böse Absichten.

Die bösen Absichten kommen in dem Moment, in dem ein Cookie mehr speichert als für den bequemen Besuch der Webseite erforderlich ist. Zum Beispiel, welche Webseiten sonst noch besucht wurden, welche Suchanfragen es über eine Suchmaschine gegeben hat und so weiter und so fort. Wenn diese Cookies nicht gelöscht werden, dann können sie beim nächsten Besuch dieser Webseite wieder ausgelesen werden und somit ermöglichst du viel weitergehende Kenntnisse über deine Person. Wofür du dich interessierst, ja sogar deine Einkommensklasse, das lässt sich leicht herausfinden, indem man sich den Preisbereich der Produkte ansieht, für die du dich besonders interessiert, deine politischen Interessen und vieles andere mehr. Je mehr man über dich weiß, umso größer wird die Wahrscheinlichkeit, deine zunächst anonym erscheinende IP tatsächlich einer bestimmten Person zuordnen zu können. Über die man dann sogar noch mehr weiß als deine Nachbarn und vielleicht sogar deine Freunde.

Im privaten Modus eines Browsers werden Cookies und die History, also die besuchten Webseiten beim Beenden einer Internetsitzung gelöscht. Mit anderen Worten, wenn du den Browser zu machst, werden gleichzeitig sämtliche Cookies und die Liste der besuchten Webseiten gelöscht. Bist du nun sicher?

Keineswegs. Denn der Browser kann selbstverständlich nur die Datenspuren löschen, die er selbst angelegt hat. Doch beispielsweise ein Flash Plugin speichert ebenfalls Daten, auf die der Browser keinen Zugriff hat und die er deshalb auch nicht löschen kann. Flash ist hier nur beispielsweise genannt, auch andere Plugins können Daten speichern. Daten können sogar in Bildern gespeichert werden, die beim Besuch der Webseite auf deinen Rechner geladen werden. Berüchtigt sind blinde GIFs, in die man ebenso wie in ein Cookie Daten speichern und wieder abrufen kann. Bleiben beim Beenden der Internetsitzung die Bilder im Cache eines Browsers gespeichert, lassen sich diese GIFs beim nächsten Besuch einer Webseite, die autorisiert ist, diese Cookies oder GIFs auszulesen, diese Daten auch wieder abrufen.

Ein guter Privatmodus löscht sämtliche Internetspuren beim zumachen des Browsers. Doch, wie gesagt, auf die Spuren, die beispielsweise ein Flash Plugin speichert, hat der Browser keinen Einfluss.

Plugins

Auch gegen Plugins kann man sich schützen, zumindest die bekanntesten. Man kann sämtliche Plugins deaktivieren. In meinem Standardbrowser Opera kann man das mit leicht erreichbaren Schnelleinstellungen bereits seit vielen Jahren. Ich kann also die Browsereinstellungen mit wenigen Mausklicks an eine Webseite anpassen. Besuche ich die Webseite eines Bekannten, der seine Webseite als Flashfilm aufgebaut hat, aktiviere ich Flash, besuche ich unbekannte Webseiten, deaktiviere ich Flash und andere Plugins.

Ebenso einfach lassen sich die beiden Programmiersprachen, die häufig in Webseiten eingebunden sind aktivieren und deaktivieren. Also JavaScript und Java. AktiveX, das Microsoft eigene Pendant zum Java Skript ist in Opera standardmäßig deaktiviert, weil es noch viel gefährlicher als Java Skript ist.

Die meisten Schädlinge, die über Webseiten verbreitet werden können, verbreiten sich über eine dieser beiden Programmiersprachen. Denn mit HTML alleine kann man keine Schädlinge verbreiten.

Firefox bietet ein zusätzliches NoScript Plugin, mit dem man dasselbe erreicht, was Opera seit vielen Jahren bereits mit liefert.

Spionage Tools auf deinem Computer

Es gibt viele kleine Programme, die den Umgang mit dem Internet erleichtern oder zusätzliche Informationen bieten, die gleichzeitig Spionage Tools sind. Beispielsweise sendet der Internet Explorer inzwischen schon traditionell sämtliche aufgerufenen URLs ohne Nachfrage bei dir an alexa.com. Dort kann man dann feststellen, wie beliebt eine Webseite bei den Benutzern des Internet Explorer ist. Man kann dort ebenso gut Persönlichkeitsprofile erstellen, vermutlich der Hauptzweck dieser Webseite. Dann mit Letzterem lässt sich Geld verdienen.

Mozilla Firefox wird zu einem nicht unerheblichen Teil von Google finanziert. Niemand weiß, welche Informationen über dein Surf-Verhalten durch diese Zusammenarbeit bei Google landen. Auch dort erstellt man angeblich keine Persönlichkeitsprofile, sondern möchte lediglich die Werbung personalisieren. Zu Google komme ich später noch.

Auch viele andere kleine Programme dienen unter anderem der Spionage auf deinem Computer, und sei es nur, dein Surf Verhalten zu analysieren. Beispielsweise die Google Toolbar, die es für Firefox und den Internet Explorer gibt. Einerseits praktisch, um beispielsweise den Pagerank einer Webseite zu ermitteln, was für mich als Webdesigner natürlich fast unverzichtbare Informationen sind, andererseits wird dadurch jede aufgerufene Webseite ebenso wie bei alexa an Google gemeldet, was wiederum zu einer Analyse deines Surf Verhaltens ebenso führt wie die Erhöhung der Wahrscheinlichkeit, dich als Person zu identifizieren.

Auch viele andere kleine Programme, die man teilweise sogar als Treiber für Hardware installiert, sind zumindest im Verdacht, ähnlich wie ein Trojaner zu funktionieren, also ebenfalls Daten zu übermitteln, die nichts mit der Funktionalität der Hardware zu tun haben. Sämtliche Treiber von Logitech möchten mindestens einmal täglich, nach dem hochfahren des Computers mit zuhause telefonieren. Auch viele Freeware Media Player möchten genau dasselbe. Angeblich, um nachzuschauen, ob es inzwischen irgendwelche Aktualisierungen gibt. Doch welche Daten ansonsten dabei übermittelt werden, wer außer dem Hersteller weiß es?

Wie kann man sich gegen Spionage Tools wehren?

Im Prinzip nur, indem man wirklich nur das allernotwendigste installiert und eine gute Firewall hat. Die Windows eigene Firewall ist denkbar untauglich, um diesen kleinen Spionage Tools den Zugang zum Internet zu verwehren. Denn, alles was Microsoft selbst als vertrauenswürdig einstuft darf auch ungehindert ins Internet. Ohne dass es irgendwelche Möglichkeiten geben würde, in den Einstellungen der Windows Firewall daran irgendetwas zu ändern. Eine wirklich gute Firewall erkennt sogar, ob irgendein Spionageprogramm einen ansonsten freigegebenen Port wie beispielsweise Port 80 für das Web benutzt, um nachhause zu telefonieren.

Man kann seine Treiberprogramme, Media Player und was man sonst noch alles an Freeware auf dem Rechner hat, selbstverständlich gelegentlich auch einmal ins Internet lassen, damit dort nach aktualisierter Software gesucht wird. Doch es ist ziemlich unwahrscheinlich, dass es täglich Aktualisierungen gibt, außer beim Virenscanner und eventuell auch der Firewall. Also keine Generalfreigabe für Treiber, Media Player und sonstige Software, die, sobald eine Internetverbindung erkannt wird, auch schon nachhause telefonieren möchten.

Anonym surfen

Wie im ersten Absatz bereits ausgeführt, speichert der Webserver eine ganze Reihe Daten, aus denen sich bereits ziemlich viel herauslesen lässt. Zumindest die eigene IP lässt sich verschleiern, indem man einen Proxyserver dazwischen schaltet. Das Problem bei einem Proxyserver ist normalerweise, dass man keine Ahnung hat, wer ihn wirklich betreibt. CIA und NSA betreiben eine ganze Reihe angeblich anonymer Proxyserver selbst. Möglicherweise sogar das BKA, trotz seiner gelegentlich geradezu offen zur Schau getragenen Inkompetenz im Bereich des Internets.

Anonym surfen kann man mit einem VPN-Service, wenn die Server in einem Land ohne Vorratsdatenspeicherung stehen. Denn in diesem Fall speichert der Server nicht, welche virtuelle IP einem Nutzer zugeteilt wurde. Der Webserver wie auch der eigene Internetprovider sehen nur die IP des VPN Service. Damit ist zumindest auch nachträglich die Zuordnung zu einer bestimmten Person über die IP unmöglich gemacht. Zumal auch Dienste wie beispielsweise Google dann keine Möglichkeit der regionalen Zuordnung haben, stattdessen wird ihnen die IP des Servers angezeigt.

Der gesamte Verkehr zum VPN-Service läuft selbstverständlich über SSL Verschlüsselung. Dadurch wird auch eine Deep Packet Durchleuchtung des Internetverkehrs unmöglich. Es versteht sich von selbst, dass solche Dienste auch für illegale Tätigkeiten missbraucht werden können und auch tatsächlich missbraucht werden. Das ändert jedoch nichts an der Legalität eines VPN Service wie auch der Notwendigkeit, sich selbst zu schützen.

Doch das ganze anonyme surfen über einem VPN Dienst macht natürlich keinen Sinn, wenn man seine Daten frei Haus liefert und beispielsweise Cookies niemals löscht, in sozialen Netzwerken seine Daten frei Haus verbreitet, sämtliche Plugins, Java Skript und Java ständig aktiv hat, denn dann können Webseiten dennoch sämtliche Spionage Tools auf deinem Computer installieren, und sei es nur ein Cookie, mit dem dein Surf Verhalten protokolliert wird.

Der Weg durchs Internet

Jedes Datenpaket passiert vom Server zum Client (also deinem Computer) viele Stationen, an denen etwas protokolliert werden kann. Mindestens einen Internetknoten und vorher bereits deinen Internetprovider. Dort ist der gesamte Datenverkehr wie eine offene Postkarte, jeder kann ihn mitlesen. Keineswegs nur der Staat mit seinen Geheimdiensten, auch private Firmen sind an diesen Daten interessiert.

Wo immer man persönliche Daten preisgibt, sollte die Internetverbindung zum Server SSL verschlüsselt sein. Nur dann kann man nicht mitlesen. Sie SSL Verschlüsselung entspricht praktisch einem versiegelten Briefumschlag.

Sicherheit bei E-Mails

Auch E-Mails sind wie offene Postkarten. Bei einer E-Mail spielt es noch nicht einmal eine Rolle, ob sie beispielsweise über einem VPN Server zum eigenen E-Mail-Server gesendet wird. Denn ab dort ist es wieder eine offene Postkarte. E-Mails mit vertraulichen Daten sollte man deshalb grundsätzlich verschlüsseln. Das bekannteste Protokoll dazu ist PGP. Man schreibt schließlich auch keine vertraulichen Daten auf eine Postkarte. Die SSL Verschlüsselung ersetzt in diesem Fall nicht die Verschlüsselung der E-Mail selbst.

Aufpassen bei sämtlichen Freemail Diensten. Wenn etwas kostenlos zur Verfügung gestellt wird, das einen erheblichen finanziellen Aufwand erfordert, dann sollte man sich immer fragen, warum wohl kostenlos?

Die gängige Antwort vieler Firmen ist, dass man mit der Werbung auf Webseiten genügend verdienen würde, um den Aufwand zu rechtfertigen. Es ist mehr als fraglich, ob es auch glaubwürdig ist. Bei Google Mail ist man zumindest so ehrlich, in die standardmäßig abgehakten Geschäftsbedingungen rein zu schreiben, das sämtliche eingehenden und ausgehenden Mails von Google gescannt und gespeichert werden. Was Google zugibt, sich jedoch über die AGB auch zusichern lässt (in Deutschland wäre so etwas dank Datenschutzgesetz absolut illegal), machen andere möglicherweise auch ohne es zuzugeben.

Doch eine verschlüsselte E-Mail kann auch Google nicht lesen.

Was jedoch immer gelesen werden kann, ist der Verteiler in einer E-Mail. Also von welchem Absender E-Mails an welchen Empfänger gesendet werden. Daraus lassen sich bereits wichtige Rückschlüsse über die Kontakte einer Person ermitteln. Also das bei bei sozialen Netzwerken so beliebte "wer kennt wen?". Es ist ein offenes Geheimnis, dass zumindest an den Internetknoten genau diese Daten auch ausgelesen und gespeichert werden.

Das Usenet

Natürlich ist auch das Usenet nicht anonym. Dort ist eher die Frage, was protokolliert und gespeichert wird.

Downloads aus dem Usenet

Prinzipiell könnte natürlich jeder News-Server ein komplettes Downloadprotokoll anlegen, es wird jedoch aus Kostengründen mit Sicherheit nirgends freiwillig gemacht. Die Datenmengen, die dabei anfallen würden, sind nichts im Vergleich selbst zu einem riesigen Webserverbetreiber wie beispielsweise YouTube. Das liegt daran, dass sämtliche Binärdateien im Usenet, die größer sind als die maximal erlaubte Zeilenzahl pro Message in mehrere Segmente zerlegt werden, bereits ein größeres Bild im JPEG Format besteht aus mehreren Segmenten. Man müsste, um Download Protokolle anlegen zu können, jedes einzelne Segment protokollieren und speichern.

Doch, auch wenn der Usenet Provider keine Protokolle anlegt und speichert, der Internetprovider wie auch ein Internetknoten können natürlich protokollieren und speichern. Das lässt sich nur durch SSL Verschlüsselung verhindern, die inzwischen viele Usenet Provider entweder kostenlos oder gegen Aufpreis anbieten.

Uploads in das Usenet

Selbst ein Upload ist bei einigen News-Servern anonym möglich. Doch die meisten News-Server schreiben bei einem Upload in den Header einen X-Trace, aus dem in verschlüsselter Form einige Userdaten hervorgehen. Bei den meisten Usenet Providern beschränken sich diese Daten auf den Usernamen, einige schreiben zusätzlich die IP mit in den X-Trace. Beim Upload ist Anonymität also vom News-Server abhängig. Im Zusammenhang mit der Verbreitung von Kinderpornos wird vielleicht auch klar, warum die wenigsten Newsserver, die das hoch laden von Binärdateien erlauben, völlige Anonymität der User in diesem Bereich möchten. Zumal nach den Gesetzen einiger Länder der Usenet Provider anstatt des anonymen Users für solche Uploads haften könnte.

Google

Google ist zunächst einmal bekannt als die am meisten genutzte Suchmaschine. Sowohl in den USA als auch in Europa hat Google eine absolut dominierende Stellung, wobei die Google Abhängigkeit in Europa noch sehr viel größer ist, in den USA liegt der Anteil Googles an der gesamten Suchmaschinenutzung bei etwa 60 %, in Deutschland sind es über 90 %.

Selbst wenn Google keine Cookies setzen würde, nicht versuchen würde, über regional vergebene IP und andere Daten wie der Browserkennung usw. auf die Person zu schließen, könnte Google für Deutschland sehr klare Beliebtheitsskalen aufstellen, sowohl bezüglich der Themen als auch der zu diesen Themen am meisten beliebten Webseiten.

Doch, weil sich Google nicht darauf verlässt, komplette Persönlichkeitsprofile nur über die Suche in der Google Suchmaschine zu bekommen, werden zusätzlich Tracking Cookies gesetzt, die sämtliche aufgerufenen Webseiten speichern und beim nächsten Aufruf von Google an Google zurück liefern. Also totales Persönlichkeitsprofil frei Haus für Google.

Soweit zur Suchmaschine, die mit ihrem monopolartigen Charakter bereits eine Gefahr für den Datenschutz wie auch unserem Privatleben darstellt, schließlich möchten wir beispielsweise nicht unseren Nachbarn alles über uns erzählen, was wir am liebsten kaufen, wofür wir uns am meisten interessieren und welche politische Einstellung wir haben. Google weiß das alles über uns.

Die Bilderdienst von Google, Picasa

Mit Picasa stellt Google ein kostenloses online Tool zur Bildbearbeitung zur Verfügung, dazu auch noch kostenlosen Space für das abspeichern von Bildern. Mit integriert ist eine Gesichtserkennung, die es erlaubt, selbst in Gruppen-Fotos einzelne Personen wieder zuerkennen. Das ist so lange harmlos, solange Google nicht weiß, wer die betreffenden Personen sind. Eigentlich ist es noch nicht einmal in diesem Fall harmlos, denn ebenso, wie man an den Verteilern einer E-Mail interessiert ist, um herauszufinden, wer wen kennt, kann man indem verschiedene Personen Fotos bearbeiten oder speichern, über die Fotos herausfinden, wer wen kennt. Denn, um beispielsweise Picasa nutzen zu können muss man sich anmelden.

Google Desktop

Damit installiert man sich freiwillig das totale Spionage Tool auf seinem Computer. Denn wozu dient denn dieses Programm? Dazu, den eigenen Computer nach diversen Schlagwörtern auch innerhalb von Texten schnell durchsuchen zu können. Diese Daten werden Google Freihaus geliefert. Also sämtliche Dokumente, die sich auf deinem Computer befinden. Ein Textdokument braucht nicht viel Speicherplatz und kann über das Internet auch schnell übermittelt werden. Nach wie vor passt ein kompletter Roman auf eine einzige Diskette, die mit ihrer lächerlichen Speicherkapazität von gerade mal 1,4 MB längst veraltet ist.

Auch Grafiken werden durchsucht, hier wäre die Übermittlung an Google jedoch viel zu aufwändig, stattdessen werden Hashwerte übermittelt, mit denen eine Binärdatei eindeutig identifiziert werden kann. Zumindest, wenn es diese Binärdatei in der Datenbank von Google bereits gibt. Letzteres trifft für sämtliche Bilder zu, die auf irgendeiner Webseite sind, mit Ausnahme von Passwort verschlüsselten Verzeichnissen. Also auch damit kann das Persönlichkeitsprofil noch viel genauer gemacht werden, indem man auch noch feststellen kann, welche Bilder von Webseiten auf dem eigenen Computer gespeichert werden.


Google Mail

Auch dabei macht Google keinen Hehl aus seinem Daten Hunger. Wer Google Mail nutzen möchte, muss zuvor den AGB zustimmen. Damit stimmt man auch automatisch zu, dass sämtliche eingehenden und ausgehenden Mails von Google gescannt und gespeichert werden. Also die gesamte Korrespondenz, die über ein Google Mailkonto unverschlüsselt läuft, ist Google somit bekannt.

Google Streetview

Was man bisher noch nicht hatte, bekommt man über Streetview. Nämlich das soziale Umfeld, in dem eine bestimmte Adresse ist. Normalerweise geht man entweder durch eine Straße und weiß nicht, wer alles in diesen Häusern wohnt und selbst wenn man auf die Klingelschilder schauen würde, hätte man dennoch nur Namen oder umgekehrt, ich korrespondieren beispielsweise mit einem Teilnehmer dieses Forums, habe vielleicht sogar seine Adresse, doch, solange sie nicht gerade in meiner Nachbarschaft ist, habe ich keine Ahnung vom sozialen Umfeld dieser Adresse. Also beispielsweise in einem Villenviertel oder um das krasse Gegenteil zu nennen, in einem heruntergekommenen Slum artigen Stadtteil. Diese Daten verrät mir auch kein Stadtplan.

Damit wird das Persönlichkeitsprofil komplett. Zumal selbst bei Wohnblocks natürlich auch die dort geparkten Autos mit auf das Bild kommen und ebenfalls Rückschlüsse auf die Bewohner zulässt.

Google und der NSA

Früher wurde nur darüber gemunkelt, ob Google und einige andere amerikanische Softwarehäuser unmittelbar oder zumindest mittelbar mit dem NSA zusammenarbeiten. Inzwischen braucht man nicht mehr zu munkeln, Google und der NSA haben gerade eine gemeinsame Firma gegründet. Mit anderen Worten, sämtliche Daten, die Google weltweit sammelt, stehen ebenfalls den amerikanischen Geheimdiensten zur Verfügung.

Google, die amerikanischen Geheimdienste und die Vormachtstellung der USA

1983 wurde die Karibikinsel Grenada von den USA überfallen und erobert. Der Feldzug wäre fast gescheitert, weil man kein aktuelles Kartenmaterial zur Verfügung hatte. So wusste man zum Beispiel nicht, trotz Aufklärungssatelliten, die es natürlich damals schon gab, wie die einzelnen Straßen heißen. Google liefert in sämtlichen Ländern, in denen es mit Streetview und Google Maps vertreten ist, aktuelle Daten nicht nur wie eine Landkarte, zusätzlich auch noch in Satelliten Ansicht, sondern für mögliche Straßenkämpfe sogar die Ansicht der Straßen. Offensichtlich gibt man sich bei Google und den amerikanischen Geheimdiensten noch nicht einmal mit den ohnehin gegen das Recht auf Privatsphäre verstoßenden Daten aus Google Streetview zufrieden, obwohl diese aus einer Höhe angefertigt werden, in der das Fotografieren und veröffentlichen der Bilder in den meisten Ländern (auch Deutschland) bereits illegal ist, weil sie oberhalb der durchschnittlichen Augenhöhe entstehen und somit auch über den meisten Sichtschutzhecken und Sichtschutzzäune bequem hinwegsehen, Google hat offensichtlich auch eine zivile Drohne bei einem deutschen Unternehmen erworben und war zumindest im Gespräch über die Lieferung weiterer Drohnen.

http://www.wiwo.de/technik-wissen/zivile-drohnen-fuer-google-437756/

Die Wirtschaftswoche, eine absolut seriöse Zeitschrift, dürfte über jeden Verdacht erhaben sein, irgendwelche Gerüchte zu verbreiten. Google hat zwar dementiert, das ändert jedoch nichts daran, dass mindestens eine dieser Drohnen an Google verkauft wurde. Damit hätte Google etwas machen können, was noch nicht einmal das amerikanische Militär in jenen Regionen der Bundesrepublik, in denen sie als ehemalige Besatzungsmacht und NATO-Partner immer noch in großer Truppenstärke präsent ist, hätte machen können, nämlich Straßenzug für Straßenzug in detaillierten Aufklärungsflügen zu erfassen. Zwar haben auch militärische Satelliten und die Filme, die beim überfliegen der Bundesrepublik von amerikanischen Aufklärungsmaschinen gemacht werden, eine sehr hohe Auflösung, vermutlich lassen sich damit sogar die Kennzeichen von Autos auslesen, doch würde Google Streetview nun auch noch durch Aufnahmen aus niedrig fliegenden Drohnen ergänzt, dann hätte man wirklich die komplette Aufklärung, wüsste zusätzlich, wo wer wohnt, welche Interessen, politische Einstellung und welches Einkommen er hat.

Wenn man sich dazu vor Augen hält, dass der gesamte Fernsprechverkehr der Bundesrepublik seit Ende des Zweiten Weltkrieges von der CIA abgehört wird, dann weiß man, dass mit all diesen Möglichkeiten praktisch jeder in Deutschland, der über einen Internetanschluss und / oder einen Telefonanschluss verfügt, für die amerikanischen Geheimdienste bereits jetzt ein gläserner Mensch ist und durch Google Streetview in noch viel höherem Maße werden wird.

Zum Schluss auch noch soziale Netzwerke, Bilderdienste und Ähnliches

In sozialen Netzwerken machen wir uns selbst zu einer gläsernen Persönlichkeit, nicht nur durch die Daten, die wir von uns selbst preisgeben, sondern zusätzlich ohne unseren Einfluss durch Daten, die andere über uns preisgeben ohne uns gefragt zu haben. Das beginnt bereits mit einer Freundesliste, in die jemand eingetragen werden kann, der selbst aus datenschutzrechtlichen Gründen niemals an einem sozialen Netzwerk teilnehmen würde. Es geht weiter mit Fotos, die ohne Rücksicht auf das Recht am eigenen Bild von irgendjemand in diese sozialen Netzwerke oder Bilderdienste hoch geladen werden. Ganz schlimm wird es, wenn beispielsweise unter einem Gruppenfoto auch noch die Namen der abgelichteten zu lesen sind. Das ist zwar illegal, ein ganz klarer Verstoß gegen das Recht am eigenen Bild, doch angesichts der Datenflut wird es dem einzelnen kaum gelingen, auch nur die ihn betreffenden Bilder in Webseiten und sozialen Netzwerken ausfindig zu machen. Ganz anders jedoch darauf spezialisierte Dienste und Suchmaschinen.

Gerade erst wurde gemeldet, dass ohne Benutzung eines besonderen Tools aus sozialen Netzwerken mehr als 250.000 Zugangsdaten zu E-Mail-Konten ausgelesen werden konnten. Daran ist jedoch die Leichtfertigkeit der Nutzer schuld, die mit ihren Daten so freigiebig umgehen und für den E-Mail-Account dasselbe Passwort verwenden, dass sie auch für alles andere verwenden. Speziell bei den Freemail Diensten ist nämlich die E-Mail-Adresse gleichzeitig auch der User Name, dort braucht man nur das Passwort noch zusätzlich herauszufinden.

Wenn ein Dritter Daten über mich veröffentlicht, ohne dass ich ihn dazu autorisiert habe, dann ist zumindest für mich die Konsequenz sehr klar, das hat nicht nur zivilrechtliche, sondern wo immer möglich auch strafrechtliche Folgen für denjenigen. Datenschutz fängt bei mir selbst an, also auch in der Verteidigung meiner Privatsphäre gegenüber anderen Personen, die diese nicht respektieren möchten. Wenn es sein muss mit drastischen Mitteln!

Vielleicht kann der eine oder andere noch zusätzliche Tipps und Gefahrenquellen hier im Forum veröffentlichen.

Denn gerade in ein Usenet Forum passt dieses Thema besonders gut, scheint doch das Usenet inzwischen die einzige Kommunikationsmöglichkeit des Internets zu sein, die nicht restlos überwacht werden kann.
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Zuletzt bearbeitet von Kavi am 10.08.2010, 20:57, insgesamt einmal bearbeitet
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Kavi
Boss hier


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BeitragVerfasst am: 10.08.2010, 14:38    Titel: Antworten mit Zitat

Ergänzung

Gerade erhielt ich eine E-Mail von einem Betreiber von Affiliate Programmen, die letztendlich bestätigt, wie leicht inzwischen Daten einer bestimmten Person zugeordnet werden können.

Zitat:
...erkennt das S...Cl...-System automatisch durch ein sehr großzügiges modernes Fingerprint-Tracking (Ip, Browser, Einstellungen usw.), wenn einer Ihrer vermittelten Besucher zu irgendeinem Partnerprogramm sich bei S...Cl... anmeldet.



Dabei geht es in diesem Fall darum, den Werbepartnern zu suggerieren, dass selbst mit dem inzwischen weit verbreiteten Privatmodus eines Browsers die Zuordnung eines Sales dennoch möglich ist. Denn dank dieses Privatmodus werden Affiliate Programme als Finanzierung einer Webseite zunehmend unbeliebter, denn man sollte eigentlich glauben, dass der Privatmodus eine spätere Zuordnung nach Löschen der Cookies nicht mehr zulässt.

Wer sich darüber genauer informieren möchte, kann dies auch auf der Webseite von Belbon/Adbutler tun, dort hat man sich auch einiges einfallen lassen, um ein Traking trotz Privatmodus weiterhin zu ermöglichen. Auch das gehört natürlich zum Thema ausspioniert werden.
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Kavi
Boss hier


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BeitragVerfasst am: 10.08.2010, 21:40    Titel: Antworten mit Zitat

Inzwischen wurde für den Firefox ein Plugin entwickelt, das die anonyme Nutzung der Google Dienste, für die keine Anmeldung erforderlich ist, ermöglicht.

Berichtet wird darüber bei Heise:

http://www.heise.de/newsticker/meldung/Google-anonym-nutzen-und-sicher-per-Android-telefonieren-1048819.html

Das Tool gibt es hier:

http://www.googlesharing.net/

In diesem Zusammenhang möchte ich auch auf die Webseiten aufmerksam machen, die Google Analytics nutzen ohne deshalb den Webseiten Besucher mit einer Datenschutzerklärung vorzuwarnen. Ohne eine solche Datenschutzerklärung ist die Benutzung von Google Analytics juristisch zumindest fragwürdig, höchstwahrscheinlich nach den deutschen Datenschutzbestimmungen sogar illegal.

Denn auch durch Google Analytics werden ohne dein Wissen Daten an Google übermittelt. Auch damit stellt Google ein kostenloses Programm zur Verfügung, das für Webmaster sehr hilfreich ist und Google weitere Daten liefert. In diesem Fall kann noch nicht einmal die Ausrede, die Google sonst verwendet, nämlich mit Werbung Geld zu verdienen, herhalten. Bei Google Analytics geht es ganz eindeutig nur um das sammeln von Daten.
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neeraj
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BeitragVerfasst am: 11.08.2010, 22:34    Titel: Antworten mit Zitat

Ein paar Ergänzungen, was mir gerade so an FireFox Addons dazu einfällt:


1. Das Addon "NoScript" wurde bereits erwähnt, hier nochmal mit Link. Es ist ganz allgemein sehr zu empfehlen, um eine eigene "Whitelist" vertrauenswürdiger Websites einzurichten und alle anderen unerwünscht untergejubelten Scripte abzublocken - eine Frage der generellen Sicherheit beim Surfen.

2. Das Addon "Better Privacy", welches sich speziell um "LSO" und "DOM Storage Objekte" (sogenannte "Super-Cookies") kümmert:

"LSO" = "Local Shared Object" sind Flashcode-Schnipsel, und z.B. in WinXP zu finden unter C:\Dokumente und Einstellungen\<username>\Anwendungsdaten\Macromedia\Flash Player. (Das ist ein verborgener Ordner, man muß also seinen FileManager so einstellen, daß er alles zeigt.)

Mit den üblichen Cookie-Managern kommt man da nicht dran, außerdem können sie einen deutlich größeren Umfang haben als die klassischen Cookies (bis zu 100 kByte, soweit ich weiß), sind also eher Tortenstücke als Plätzchen. Alles in allem eine Lücke, die durchaus auch gefährlich ist. Wenn man weiß, wo das Zeug zu finden ist, kann man es natürlich auch direkt dort löschen, aber das ist etwas unbequem ... daher dieses Addon. (Einige der Flashcode-Schnipsel sind übrigens unkritisch - sie enthalten lediglich die Einstellungen für den Flashplayer - sie können aber auch gelöscht werden, da sie jedesmal neu generiert werden, falls gebraucht.)

"Better Privacy" löscht übrigens alle Supercookies, auch die, die von einem anderen Browser eingefangen wurden, sie landen nämlich alle im selben Ordner ...

3. Das Addon "Ghostery", welches unbemerkt im Hintergrund werkelnde Tracker wie z.B. Google Adsense und Google Analytics abblockt, aber auch noch viele weitere, z.B. auch so genannte html-Wanzen = "Webbugs", die für das Tracking eingesetzt werden.


Ein ausführlicheres Konzept für spurenarmes Surfen findet sich z.B. auf der Webseite der German Privacy Foundation, zur Vertiefung.
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Kavi
Boss hier


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BeitragVerfasst am: 12.08.2010, 17:26    Titel: Antworten mit Zitat

Eine Studie der Stanford University zeigt, dass der Privatmodus oft nicht so privat ist, wie man glaubt. Mit anderen Worten, der Surfer wird in einer falschen Sicherheit gewiegt.

http://www.itespresso.de/2010/08/09/studie-browser-hinterlassen-surf-spuren-trotz-private-browsing/

Die Browser von Google (Chrome) und Apple (Safari) sollte man wohl, wenn man Wert auf möglichst wenig Datenspuren legt, möglichst nicht benutzen.


Übrigens, als Ergänzung der Alternativen zu Google als Suchmaschine sei noch eine sehr guten Suchmaschine genannt, die ich des Öfteren benutze:

www.ecosia.org

Die Suchergebnisse sind mindestens so gut wie die von Google, außerdem kann man dort andere Sprachen als beispielsweise Deutsch einstellen, was gelegentlich sehr hilfreich ist wenn man sich beispielsweise über ein Urlaubsziel auf Webseiten in der Originalsprache des Landes informieren möchte. Oder bei der Immobilien Suche im Ausland usw.
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